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EZB: Paukenschlag zum Auftakt

von Saskia Littmann

Der neue EZB-Präsident Mario Draghi beginnt sein Amt mit einem Paukenschlag und überrascht die Analysten mit der Zinssenkung. Vom Druck, der auf ihm lastet, ließ er sich nichts anmerken.

Mario Draghi zu Beginn der EZB-Pressekonferenz Quelle: dpa
Mario Draghi zu Beginn der EZB-Pressekonferenz Quelle: dpa

Spektakulärer hätte er sein neues Amt nicht antreten können. Bereits in der ersten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) unter ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi senken die Notenbanker den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent. Das gab die EZB am Donnerstag in Frankfurt bekannt. Draghi beweist damit Mut und wagt die Zinswende, der Leitzins war das letzte Mal im Mai 2009 gesenkt worden.

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Marktbeobachter hatten frühestens im Dezember mit einer solchen Entscheidung gerechnet. Zwar hatte Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet bereits auf seiner letzten EZB-Sitzung Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Viele mutmaßten dennoch, gerade als Italiener könne Draghi nicht sofort die Zinsen senken, sondern sollte sich erst als währungspolitischer Falke profilieren. Der von einigen Medien „Super Mario“ getaufte Draghi bewies damit einmal mehr, dass derartige Taktik-Spiele nicht sein Ding sind. Er schaut lieber auf die ökonomischen Tatsachen.

Milde Rezession

Und die erforderten laut Draghi Handlungsbedarf. Der 64-jährige Pragmatiker rechtfertigte die Entscheidung der Währungshüter mit den gleichbleibend trüben Konjunkturaussichten. „Europa bewegt sich auf eine milde Rezession zu“, so Draghi. Zahlreiche wichtige Indikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes der Industrie oder die Neuaufträge in der Produktion ließen bereits darauf schließen, dass die Wachstumsprognosen für das kommende Jahr nach unten korrigiert werden müssten.  

Dementsprechend geringer stufte der EZB-Chef das Risiko der steigenden Inflation ein. „Wir rechnen damit, das die Teuerungsrate in den nächsten Monaten zwar über zwei Prozent bleiben wird, im Verlauf des Jahres 2012 aber unter zwei Prozent absinkt“, sagt Draghi.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.11.2011, 19:57 UhrAnonymer Benutzer: Gerd

    Mario Draghis Muttersprache ist italienisch. Deshalb sollte die Zinssenkung nicht allzu sehr verwundert haben. Er führt die EZB wohl eher wie die FED in den USA.
    Zu begrüßen ist allerdings seine Art, die Dinge beim Namen zu nennen und nicht um den heißen Brei herumzureden.

  • 03.11.2011, 18:39 UhrAnonymer Benutzer: Esboern

    Jetzt haben wir den Oberschuldenmacher in der richtigen Position. der Euro wird zum Spielgeld im Schuldenspiel, wer die meisten Schulden hat steht gut da.

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