EZB-Ratsmitglied Noyer: "In außergewöhnlichen Umständen sollten Zentralbanken Staatsanleihen kaufen"

EZB-Ratsmitglied Noyer: "In außergewöhnlichen Umständen sollten Zentralbanken Staatsanleihen kaufen"

Erst am Donnerstag erklärte EZB-Chef Mario Draghi, die Notenbank bereite sich auf weitere Maßnahmen vor, sollten die Inflationsraten niedrig bleiben. Schon spricht sein französischer Kollege Noyer offen über Anleihekäufe.

Am Donnerstag befeuerte Mario Draghi die Märkte. Denn der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) erklärte nach dem Zinsentscheid, die Notenbank bereite weitere unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen vor. Welches das sein werden, ist bisher völlig offen. Alles geht, nichts muss. Die Finanzmärkte sind dennoch in Vorfreude auf eine weitere Geldspritze von den Euro-Bankern.

Und einer von ihnen weiß offenbar bereits ganz genau, wie das Geldgeschenk aussehen soll. Als einer der ersten Notenbanker sprach der französische Notenbankgouverneur Christian Noyer offen über den Kauf von Staatsanleihen. Zentralbanken sollten seiner Einschätzung nach vorsorglich auf den Kauf solcher Bonds vorbereitet sein. Damit könnten sie auf Deflationsrisiken oder auf stark steigende Zinsen von Staatsanleihen reagieren, sagte das EZB-Ratsmitglied am Freitag in Paris.

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Noyer warnte, extrem niedrige Zinsen könnten zur Illusion führen, dass Regierungen ihre Haushalte nicht in Ordnung bringen müssten. Es gebe Situationen, in denen Notenbanken dann eingreifen sollten: "In außergewöhnlichen Umständen sollten Zentralbanken die Folgen eines Vertrauensschocks auf Renditen von Staatsanleihen mildern, indem sie Staatspapiere kaufen."

EZB-Zinsentscheid Triumphator Draghi bereitet letzte Eskalationsstufe vor

Die EZB belässt den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Mario Draghi bereitet weitere Maßnahmen gegen die niedrige Inflation vor. Zu rechnen ist mit allem. Im schlimmsten Fall mit dem Kauf von Staatsanleihen.

Zeitweise hatte EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid sichtbar Spaß. Quelle: AP

Zusätzlich bestätigte der EZB-Rat am Donnerstag, dass die Bilanz der Notenbank auf das Niveau von Anfang 2012 aufgebläht werden soll. Dies entspricht einer Ausweitung um rund eine Billion Euro. Mit den Käufen von Pfandbriefen und bald auch Kreditverbriefungen wird diese Summe nach Ansicht von Experten jedoch bei weitem nicht erreicht werden. Die EZB stemmt sich mit den Maßnahmen gegen das unerwünscht niedrige Preisniveau in der Euro-Zone. Die Inflationsrate lag zuletzt nur bei 0,4 Prozent und damit weit unter dem Ziel der Notenbank von knapp zwei Prozent.

Der Kauf von Staatsanleihen, sogenanntes Quantitative Easing (QE), ist umstritten, da er hochriskant ist. Kritiker wie Bundesbank-Chef Jens Weidmann sagen außerdem, die EZB betreibe damit Staatsfinanzierung durch die Hintertür und überschreite daher die Grenzen ihres geldpolitischen Mandats. Beobachter erwarten dennoch, dass die Notenbank im Frühjahr mit dem Kauf starten könnte, sollte sich an der niedrigen Inflationsrate bis dahin nichts ändern.





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