EZB: Schwerer Job für Asmussen

EZB: Schwerer Job für Asmussen

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Jörg Asmussen rückt in das Direktorium der Europäischen Zentralbank auf.

von Christian Ramthun und Max Haerder

Jörg Asmussen wechselt zur EZB. Ob als Chefvolkswirt, ist noch nicht klar. Die letzten beiden Deutschen vor ihm – Axel Weber und Jürgen Stark – warfen wegen der laxen Geldpolitik das Handtuch.

Als Jörg Asmussen einmal die Frage gestellt wurde, was für ihn nach seiner steilen Karriere im Bundesfinanzministerium noch kommen könnte, da sagte er: Stadtkämmerer seiner Heimatstadt Flensburg zu werden, das könne er sich jedenfalls nicht vorstellen. Er sollte recht behalten.

Am 1. Januar wechselt der beamtete Staatssekretär nach Frankfurt und rückt ins sechsköpfige Direktorium der Europäischen Zentralbank ein, wo er nach dem Willen Berlins Chefvolkswirt werden soll. Als Zentralbanker wird es der 45-Jährige schwer haben, deutsche Stabilitätsinteressen durchzusetzen. Die letzten beiden Deutschen vor ihm – Axel Weber und Jürgen Stark – warfen wegen der laxen Geldpolitik das Handtuch.

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Für Asmussen spricht, dass er die Euro-Finanzszene seit Jahren aus dem Effeff kennt. Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) schätzte seine Dienste in der Finanzkrise so sehr, dass er ihn zum Staatssekretär beförderte, und Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) wollte auf den versierten Beamten nicht verzichten.

Vorlieben

Frankophil isst er, sein Lieblingsrestaurant ist das „Poulette“ im Berliner Szene-Kiez Prenzlauer Berg. Bei den vielen Euro- und EU-Treffen mit halbjährlich wechselnden Ratspräsidentschaften konnte der Finanzstaatssekretär sein eigenes kulinarisches Ranking erstellen: Nach Frankreich kommen demnach Italien und Österreich, Deutschland rangiert im Mittelfeld.

Entfacht hatte seine französische Leidenschaft jedoch seine Frau Henriette Peucker schon vorher, als sie zeitweise in Paris und Brüssel für die Politikberatung ESL&Network arbeitete. Das Ehepaar (zwei Töchter) teilt auch die Leidenschaft fürs Politische, sie leitet inzwischen das Berliner Büro der Kommunikationsberatung Hering Schuppener und hilft Unternehmen, sich im politischen Bereich zu positionieren.

Wenn es die Zeit zulässt, joggt Asmussen am liebsten ein paar Runden durch den Ostberliner Volkspark Friedrichshain. Meistens aber muss ein schnödes Hotel-Laufband genügen, um den Bewegungsdrang zu befriedigen.

Vorbilder

Wo Asmussen hinkommt, war vorher schon Jürgen Stark. Dieser amtierte seit 2006 als Chefvolkswirt und Mitglied im Direktorium der EZB. Vorher war Stark als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium mit der Einführung des Euro befasst, als Asmussen dort gerade als Referent anfing.

Wie Stark die Asienkrise 1997/98 managte, hat dem jungen Beamten damals sehr imponiert. Wie sein Vorgänger hält sich der Nachfolger für „sehr stabilitätsorientiert“. Abgrenzen will sich Asmussen jedoch durch ein smarteres Auftreten, während Stark schon mal seine Ellenbogen ausfuhr.

Für seine stabilitätsorientierte Geldpolitik sollte auch sein einstiger Uni-Prof Axel Weber bürgen, der wie Stark in der EZB als geldpolitischer Falke galt, am Ende aber unter all den vielen Tauben die Nerven verlor. Als Sozialdemokrat bewundert Asmussen deren einstigen Parteichef Willy Brandt und dessen Versöhnung Deutschlands mit Europa.

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