EZB: Zentralbank kauft Anleihen für 26 Milliarden Euro

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EZB: Zentralbank kauft Anleihen für 26 Milliarden Euro

Bis zum 20. März hat die Europäische Zentralbank mit ihrem riesigen Anleihenkaufprogramm Bonds im Wert von über 26 Milliarden Euro gekauft. Sie selbst ist überzeugt von ihrem Plan. EZB-Präsident Draghi ist zufrieden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bisher im Rahmen ihres massiven Staatsanleihen-Programms Bonds für 26,3 Milliarden Euro erworben. Die Zahl umfasse Käufe bis zum 20. März, teilten die Euro-Währungshüter am Montag mit. Die Abwicklung braucht normalerweise zwei Geschäftstage. Die EZB hatte am 9. März mit den Bondkäufen begonnen, die sich insgesamt auf über eine Billion Euro summieren sollen.

Bis September 2016 planen die Währungshüter je Monat Anleihenkäufe im Volumen von 60 Milliarden Euro. Die EZB will mit der großen Geldschwemme - im Fachjargon "QE" (Quantitative Easing) genannt - die Kreditvergabe der Banken beflügeln und die Konjunktur anschieben. Die aktuell sehr niedrige Inflation in der Euro-Zone soll auf diese Weise wieder nach oben getrieben werden und sich der Zielmarke der Währungshüter von knapp unter zwei Prozent nähern. Davon ist die Teuerung mit minus 0,3 Prozent im Februar allerdings noch deutlich entfernt.

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Der Kampf der EZB gegen die Krise

  • 15. September 2008

    Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers öffnen die großen Zentralbanken die Geldschleusen, um mitten in der Panik an den Finanzmärkten die Geschäfte am Geldmarkt am Laufen zu halten.

  • 8. Oktober 2008

    Die wichtigsten Notenbanken der Welt senken gemeinsam die Zinsen - ein historischer Schritt.

  • 4. Dezember 2008

    Die EZB senkt ihren Leitzins überraschend um einen dreiviertel Prozentpunkt auf 2,5 Prozent. Es ist der größte Zinsschritt seit der Einführung des Euro.

  • 24. Juni 2009

    Die EZB stellt den Banken der Euro-Zone erstmals für ein ganzes Jahr Liquidität zur Verfügung. Mehr als 1000 Banken rufen 442 Milliarden Euro ab.

  • 8. August 2011

    Die EZB beginnt mit dem Ankauf von Anleihen Italiens und Spaniens. Beide Länder waren zuvor ins Visier der Märkte geraten.

  • 3. November 2011

    Der neue EZB-Präsident Mario Draghi startet seine Amtszeit mit einem Paukenschlag und senkt den Leitzins auf 1,25 Prozent. Unter seinem Vorgänger Jean-Claude Trichet hatte die EZB den Schlüsselzins zuvor in zwei Schritten von einem auf 1,5 Prozent angehoben.

  • 30. November 2011

    In einer koordinierten Aktion stellen die EZB, die amerikanische Fed sowie die Zentralbanken Kanadas, Japans, Großbritanniens und der Schweiz den von der Krise gebeutelten europäischen Banken Dollar zur Verfügung. Den Instituten fiel es zuvor schwer, sich Dollar-Kredite zu beschaffen - viele US-Investoren hatten ihnen aus Angst vor den Folgen der Schuldenkrise den Geldhahn zugedreht.

  • 8. Dezember 2011

    Die EZB senkt den Leitzins auf ein Prozent. Zudem werden die Refinanzierungsgeschäfte für die Banken angekündigt.

  • 29. Februar 2012

    Die EZB stellt den Geschäftsbanken in zwei Tranchen zusammen mehr als eine Billion Euro an Liquidität zur Verfügung.

  • 25. Juli 2012

    Die EZB senkt den Leitzins auf 0,75 Prozent. Sie kappt zudem den Einlagesatz auf null Prozent. Sie will damit die Institute ermuntern, mehr Geld an Unternehmen und Haushalte zu verleihen.

  • 26. Juli 2012

    Draghi erklärt in einer mittlerweile berühmten Rede, die Zentralbank werde "alles tun, was nötig ist, um den Euro zu retten". Dieses Versprechen gilt bis heute vielen Experten als Wendepunkt in der Krise. Seitdem haben die Schwankungen an den Finanzmärkten deutlich abgenommen und die Länder können sich wieder günstiger verschulden.

  • 6. September 2012

    Der EZB-Rat beschließt gegen den Widerstand der Bundesbank neue umfangreiche Staatsanleihenkäufe am Sekundärmarkt. Ziel des sogenannten OMT-Programms ist es, die Zukunft des Euro in der Schuldenkrise zu sichern. Tatsächlich wurden aber bis heute keine Anleihen aus dem Programm gekauft.

  • 7. November 2013

    Die EZB senkt ihren Leitzins auf 0,25 Prozent. Als Grund nennt sie die Gefahr einer zu langen Periode zu niedriger Teuerungsraten - sie will also mit noch billigerem Geld verhindern, dass die Wirtschaft der Euro-Zone in einen Teufelskreis aus sinkenden Preisen und Investitionen gerät.

  • 5. Juni 2014

    Die EZB senkt den Leitzins auf 0,15 Prozent. Erstmals ist zudem der Einlagesatz für Banken negativ. Das hat zur Folge, dass Institute, die lieber Geld bei der Notenbank parken als es an Unternehmen und Haushalte zu verleihen, künftig eine Strafgebühr von 0,1 Prozent zahlen müssen.

  • 4. September 2014

    Die EZB senkt die Leitzinsen auf das Rekordtief von 0,05 Prozent. Sie will zudem mit zusätzlichen milliardenschweren Geldspritzen die schlappe Konjunktur in der Währungsunion anschieben und die für den Geschmack der Notenbank viel zu niedrige Inflation anheizen. Die EZB kündigte an, ab Oktober den Banken Kreditverbriefungen und auch Pfandbriefe abzukaufen.

  • 22. Januar 2015

    Die EZB kündigt an, monatlich für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere zu kaufen. Bis Herbst 2016 dürften auf diese Weise mehr als eine Billion Euro zusammenkommen.

Nach eigener Einschätzung ist die EZB gut in ihr über eine Billion Euro schweres Anleihenkaufprogramm gestartet. "Zu diesem Zeitpunkt sehen wir keine Anzeichen dafür, das es für uns nicht genug Anleihen zu erwerben gibt", sagte EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss im Europaparlament in Brüssel. Die Währungshüter seien auf Kurs.

Bis September 2016 soll der monatliche Anleihenkauf von 60 Milliarden Euro weitergehen. Untergrenze ist dabei eine Rendite von minus 0,2 Prozent - das entspricht dem aktuell geltenden Einlagenzins.

weitere Artikel

Draghi zufolge beginnen die gesunkenen Finanzierungskosten für Banken bereits die Kreditkosten für Haushalte und Firmen zu beeinflussen. Durch die gesunkenen Kreditzinsen würden auch neue Investitionsprojekte - die bislang als unprofitabel galten - attraktiv werden.

Nach Einschätzung des EZB-Präsidenten befindet sich die Wirtschaft im Euro-Raum auf Erholungskurs. Kurzfristig sollte dies die Nachfrage nach Krediten und Investitionen unterstützen. "Die jüngsten Daten und Umfragen zeigen, dass das Wachstum an Schwung gewinnt", sagte Draghi. Die Grundlage für die wirtschaftliche Erholung des Währungsraums habe sich deutlich verstärkt.

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