Finanzmärkte: "Regulierung gehört zur Marktwirtschaft"

Finanzmärkte: "Regulierung gehört zur Marktwirtschaft"

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Philipp Hartmann, stellvertretender Generaldirektor für Forschung bei der Europäischen Zentralbank.

von Anne Kunz

Mischt sich der Staat durch Regulierung der Finanzmärkte zu sehr ein? Ein Gespräch mit Philipp Hartmann, stellvertretender Generaldirektor für Forschung der EZB.

WirtschaftsWoche: Warum brauchen wir eigentlich Regulierung: Sollte sich der Staat nicht lieber raushalten und den Kräften der Märkte freien Lauf lassen?

Hartmann: Die Finanzregulierung brauchen wir im Wesentlichen für die Systemstabilität und zum Schutz von relativ uninformierten Kleinsparern. Sie muss allerdings insoweit verbessert werden, dass in Zukunft die Gefahr von systemischen Risiken noch geringer wird.

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Was sind überhaupt systemische Risiken und wie entstehen sie?

Systemische Risiken entstehen durch sich weit verbreitende Finanzblasen, die irgendwann zusammenbrechen, wie zum Beispiel durch die Verbriefung von US-amerikanischen „subprime“ Hypothekarkrediten geschehen. Dann durch Ansteckungseffekte, wie sie für die Finanzprobleme Griechenlands auf andere Länder in der Eurozone beobachtet werden konnten. Schließlich können auch gesamtwirtschaftliche Schocks ein Finanzsystem an den Abgrund bringen.

Wie messen Sie systemisches Risiko?

Finanzblasen versucht man durch Frühwarnsysteme zu entdecken, zum Beispiel durch die Identifikation hohen Kreditwachstums. Ansteckungsrisiken können durch Simulationen von Bankenzusammenbrüchen bewertet werden, in denen überprüft wird wie sich Verluste im Netz der Interbankenbeziehungen fortpflanzen. Für Makro-Schocks verwendet man Stress-Tests. Man nimmt zum Beispiel eine schwere Rezession an und schätzt über die resultierenden Verluste ob Finanzintermediäre robust sind.

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