Finanzminister Schäuble: Steuerflucht der Konzerne gefährdet Zusammenhalt

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Finanzminister Schäuble: Steuerflucht der Konzerne gefährdet Zusammenhalt

Der Bundesfinanzminister findet klare Worte zur Steuerflucht deutscher Unternehmen: Die Eliten müssten aufpassen, dass sie nicht abheben und sich gesellschaftlich abkoppeln.

Die groß angelegte Steuerflucht deutscher Unternehmen ins Ausland richtet aus Sicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble moralischen Schaden an und gefährdet den Zusammenhalt in der Gesellschaft. „Die Eliten müssen aufpassen, dass sie nicht abheben und sich damit abkoppeln vom Rest der Gesellschaft“, sagte der CDU-Politiker dem „Focus“.

Steueroasen

  • Bahamas

    Ein echtes Paradies: Viel Sonne, Strand und keine Steuern für Unternehmen, Werktätige und Privatiers

  • Dublin

    Irische Spezialität: doppelter Firmensitz mit direktem Zugang in die Karibik

  • Amsterdam

    Keine Steuern auf Lizenzen! Der Fiskus bietet geheime "Tax Rulings" zu Sonderkollektionen an

  • Berlin

    Nie mehr geteilt: Unternehmen vererben ohne Steuer. Gilt auch für privates Geld-, Aktien-, Immobilienvermögen

  • Guernsey

    Kanalinsel im Kronbesitz von Elisabeth II. ohne Mehrwert-, Kapitalertrag- und Erbschaftsteuer. Milde Tarife für Unternehmen

  • Antwerpen

    Flamen mögen forschungsintensive Firmen: nur 6,8 Prozent Steuern. Plus: Fiktive Eigenkapitalzinsen drücken den Gewinn

  • Stockholm

    Auf den ersten Blick teuer, aber reizvolle Doppelbesteuerungsabkommen mit Polen oder Südkorea

  • Cook Islands

    Gerade wer mit Kunst handelt, liebt die Finanzverwaltung der Insel für ihre Flexibilität und Verschwiegenheit

Die Liste der Konzerne, die etwa in Luxemburg Steuersparmodelle betrieben, sei ein „Who's who der europäischen Wirtschaft“. Niemand erwarte vollständige Gerechtigkeit. Aber es müsse wenigstens fair zugehen, denn das sei die Voraussetzung für Akzeptanz. „Dessen sollten sich die wirtschaftlichen Eliten stärker bewusst sein. Über das große Versagen, auch bei Menschen, von denen man mehr erwartet hätte, kann man sich nur wundern“, sagte der Minister.

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Derzeit prüft die EU-Kommission mögliche illegale Steuervorteile für Unternehmen in Luxemburg, den Niederlanden und Irland. Berichte über Steuertricks sind vor allem für den neuen Chef der EU-Kommission Jean-Claude Juncker misslich, weil er im Großherzogtum Luxemburg lange Premier und Finanzminister war. Kommende Woche steht ihm deshalb ein Misstrauensvotum im Europaparlament bevor.

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