Flüchtlinge und Migranten: Mazedonien stoppt illegal Eingereiste

Flüchtlinge und Migranten: Mazedonien stoppt illegal Eingereiste

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Mazedonische Soldaten eskortieren Menschen, die kurz zuvor illegal die griechisch-mazedonische Grenze überquert haben.

Von der griechisch-mazedonischen Grenzregion haben sich Migranten und Flüchtlinge nach Mazedonien durchgeschlagen. Polizei und Armee nahmen dort Hunderte fest, die so illegal in das Land gelangt waren.

Hunderte der seit Tagen in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge sind am Montag über die geschlossene Grenze nach Mazedonien vorgedrungen. Dies meldeten Beobachter vor Ort. Die Menschen waren kilometerweit bei strömendem Regen marschiert und durch einen Fluss gewatet, bevor sie Lücken im Grenzzaun in der Nähe des griechischen Orts Hamilo nutzten.

In Mazedonien haben Polizei und Armee Hunderte von ihnen daraufhin festgenommen, die illegal in das Land gelangt waren. Beobachter sprachen von mehr als 2000 Menschen, die sich nach Tagen des Wartens an der geschlossenen Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien auf den Weg gemacht hatten. Dabei wateten sie unter anderem durch einen Fluss, um die mazedonische Seite jenseits des Grenzzaunes zu erreichen. Was mit den Festgenommenen geschehen soll, blieb zunächst unklar.

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Mazedonien hatte seit zehn Tagen keine Flüchtlinge mehr aus Griechenland einreisen lassen, weil die Länder weiter nördlich die Durchreise und Aufnahme von Flüchtlingen beschränkt hatten, allen voran Österreich. Deshalb stauten sich auf griechischer Seite beim Übergang Idomeni bis zu 14.000 Menschen bei Regen, Matsch und Kälte in einem überfüllten Camp.

Reaktionen zu möglichen Grenzschließungen

  • Außenhandelsverband BGA

    Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverband BGA, warnt im "Tagesspiegel" vor Grenzschließungen. Rund 70 Prozent des deutschen Außenhandels würden innerhalb Europas abgewickelt. "Vor diesem Hintergrund werden sich die Kosten alleine für die internationalen Straßentransporte um circa drei Milliarden Euro verteuern."

  • DIHK

    "Durch Staus und Wartezeiten, zusätzliche Bürokratie oder zum Beispiel die Umstellung von Just-in-time-Lieferung auf deutlich teurere Lagerhaltung können sich die Kosten für die deutsche Wirtschaft schnell auf zehn Milliarden Euro pro Jahr summieren", mahnt DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben.

  • Alexander Graf Lambsdorff

    Der Vize-Präsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), sagte der "Rheinischen Post": „Die Schließung der deutschen Grenzen wäre ein Debakel für die Flüchtlinge, für die Wirtschaft, aber auch für Millionen Pendler und Urlauber.“

  • Katarina Barley

    "Verstärkte Kontrollen ist was anderes, aber eine komplette Schließung ist absolut illusorisch. Und man sollte den Leuten da keine Scheinlösungen anbieten“, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley im Deutschlandfunk. 

  • Armin Laschet

    "Wenn die Grenzen geschlossen würden, ist Schengen gefährdet. Das hat ebenfalls große Auswirkungen auf Deutschland, auf Arbeitsplätze in Deutschland", sagte der nordrhein-westfälische CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet.

Nach dem Aufbruch mehrerer Hundert von ihnen spielten sich am Montag chaotische Szenen ab. Die Migranten ignorierten Aufforderungen der griechischen Polizei zum Umkehren. Beim Durchqueren des knietiefen Flusses hielten viele ihre Kinder und Habseligkeiten über ihre Köpfe. Internationale Freiwillige halfen den Menschen, indem sie ein Seil über den schnell fließenden Strom spannten.

In der Nähe hatte die Polizei am Montag im Fluss Suva Reka die Leichen von zwei Männern und einer Frau gefunden, vermutlich ebenfalls Migranten. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks kamen 20 Menschen sicher über den Fluss nach Mazedonien, drei weitere wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Grenzschließungen zwängen Menschen zu verzweifelten Aktionen, sagte UNHCR-Vertreterin Ljubinka Brasnarska.

Die Polizei und das Militär auf mazedonischer Seite verstärkten ihre Patrouillen an dem neu gebauten Grenzzaun. In dem Zaun klaffen an Flüssen und Berghängen Lücken, wo Migranten durchkommen könnten, vor allem westlich von Idomeni.

Migration nach Europa Europa plant Turbo-Aufnahme von Flüchtlingen aus Türkei

Offenbar arbeiten die EU-Staaten an einem beschleunigten Auswahlverfahren. Indes drängt Österreichs Bundeskanzler Faymann auf eine deutsche Obergrenze für Flüchtlinge. Nur so lasse sich „ungeordnete Migration“ eindämmen.

Österreichs Bundeskanzler Faymann drängt auf eine deutsche Obergrenze für Flüchtlinge. Quelle: dpa

Trotz der Grenzschließung kamen nach Angaben des UNHCR allein in der vergangenen Woche mehr als 8500 weitere Flüchtlinge aus der Türkei mit Booten auf die griechischen Ägäisinseln. In ganz Griechenland sitzen inzwischen mehr als 40.000 Asylsuchende fest, die eigentlich Richtung Mitteleuropa wollten.

Die Europäische Union will Ende der Woche einen Pakt mit der Türkei schließen, um den Zustrom von Flüchtlingen von dort zu bremsen. Die Regierung in Ankara soll sich verpflichten, alle illegal einreisenden Menschen zurückzunehmen. Dafür soll sie einerseits finanzielle Hilfe in Milliardenhöhe und andererseits das Versprechen bekommen, dass die EU Flüchtlinge auf legalem Wege aufnimmt.

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Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann betonte, die Flüchtlinge müssten unabhängig von ihrem eigenen Wunschziel auf Europa verteilt werden. „Wir würden uns wünschen, dass es Verteilerzentren gibt, die den Flüchtlingen klar machen, dass sie sich nicht aussuchen können, wo sie Schutz bekommen“, sagte Faymann im ORF.

Faymann verteidigte die Entscheidung seiner Regierung, in diesem Jahr nur noch 37.500 Asylbewerber aufzunehmen. Dabei werde es auch bleiben, sagte er. Außerdem forderte Faymann Fortschritte bei den Verhandlungen mit Ländern wie Pakistan oder Marokko über die Rücknahme von Migranten, die keine Chance auf Asyl in Europa haben.

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