Flüchtlingsdrama auf Kos: Bürgermeister warnt vor Blutvergießen

Flüchtlingsdrama auf Kos: Bürgermeister warnt vor Blutvergießen

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Die Lage auf der griechischen Ferieninsel Kos droht zu eskalieren.

Die Flüchtlingssituation auf der griechischen Ferieninsel Kos droht zu eskalieren. Unter den Migranten kommt es zu Prügeleien, viele Flüchtlinge streiken, um schneller registriert zu werden.

Die Behörden auf der griechischen Insel Kos sind vom Ansturm der Flüchtlinge zunehmend überfordert. Am Dienstag kam es zu Prügeleien unter einer Gruppe von 1500 Migranten, die in ein Stadion verlegt werden und sich dafür registrieren sollten. Die Polizei setzte Feuerlöscher und Schlagstöcke ein, um die Auseinandersetzung zu beenden. Viele der Flüchtlinge flohen in Panik. Zuvor hatten Hunderte Flüchtlinge auf der wichtigsten Küstenstraße der beliebten Urlaubsinsel einen Sitzstreik veranstaltet und gefordert, rascher registriert zu werden. Dabei skandierten sie: „Wir wollen Papiere, wir wollen Essen“.

Der Bürgermeister der Insel, Giorgos Kyritsis, schrieb in einem Brief an die Regierung in Athen, dass es zu einem Blutvergießen kommen könnte, wenn nciht sofort Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung getroffen werden. Auf Kos seien mehr als 7000 Migranten angekommen. Man könne mit dem Problem nicht mehr fertig werden. „Ich warne davor, die Gefahr eines Blutvergießens ist real“, erklärte der Bürgermeister. Der Brief wurde am Dienstag in der griechischen Presse veröffentlicht.

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Über das Mittelmeer nach Europa: Zahlen zu Flüchtlingen

  • Flucht nach Europa

    Trotz der lebensgefährlichen Fahrt über das Mittelmeer wagen viele Tausend Menschen die Flucht nach Europa. 219.000 Menschen flohen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR 2014 über das Mittelmeer nach Europa; 2015 waren es bis zum 20. April 35.000.

  • Tot oder vermisst

    3.500 Menschen kamen 2014 bei ihrer Flucht ums Leben oder werden vermisst; im laufenden Jahr sind es bis zum 20. April 1600.

  • Zahl der Flüchtlinge in Europa

    170.100 Flüchtlinge erreichten 2014 über das Meer Italien (Januar bis März 2015: mehr als 10.100); weitere 43.500 kamen nach Griechenland, 3.500 nach Spanien, 570 nach Malta und 340 nach Zypern.

  • Syrer

    66.700 Syrer registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex 2014 bei einem illegalen Grenzübertritt auf dem Seeweg, 34.300 Menschen kamen aus Eritrea, 12.700 aus Afghanistan und 9.800 aus Mali.

  • Asylantrag

    191.000 Flüchtlinge stellten 2014 in der EU einen Asylantrag (dabei wird nicht unterschieden, auf welchem Weg die Flüchtlinge nach Europa kamen). Das sind EU-weit 1,2 Asylbewerber pro tausend Einwohner.

  • 123.000 Syrer...

    ...beantragten 2014 in der EU Asyl (2013: 50.000).

  • Asylbewerber in Deutschland

    202.700 Asylbewerber wurden 2014 in Deutschland registriert (32 Prozent aller Bewerber), 81.200 in Schweden (13 Prozent) 64.600 in Italien (10 Prozent), 62.800 in Frankreich (10 Prozent) und 42.800 in Ungarn (7 Prozent).

  • Steigende Zahl der Asylbewerber

    Um 143 Prozent stieg die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2013 in Italien, um 126 Prozent in Ungarn, um 60 Prozent in Deutschland und um 50 Prozent in Schweden.

  • Aufnahme der Flüchtlinge

    Mit 8,4 Bewerbern pro tausend Einwohner nahm Schweden 2014 im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. Es folgten Ungarn (4,3), Österreich (3,3), Malta (3,2), Dänemark (2,6) und Deutschland (2,5).

  • Überfahrt nach Italien oder Malta

    600.000 bis eine Million Menschen warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.

Hunderte kommen jeden Tag auf Kos und den anderen Inseln der östlichen Ägäis an, die in der Nähe der türkischen Küste liegen. Viele der Flüchtlinge stammen aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan. Zum Teil kampierten sie nach ihrer Ankunft in den Parks und auf den Plätzen der Stadt Kos. Hilfsorganisationen, der Staat und die Bevölkerung sind restlos überfordert.

Ähnliche Szenen spielten sich auch auf anderen Inseln der Ostägäis ab, unter anderem in Lesbos, wo die meisten der Neuankömmlinge in ihren Schlauchbooten landen. Viele geraten aber bereits zuvor in Seenot. Die griechische Küstenwache erklärte am Dienstag, innerhalb von 24 Stunden seien 329 Migranten vor Lesbos und Kos gerettet worden.

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