Flüchtlingskrise: Mazedonien baut Grenzzaun zu Griechenland

Flüchtlingskrise: Mazedonien baut Grenzzaun zu Griechenland

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Mazedonien will sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge an der Weiterreise auf der Balkanroute Richtung Österreich und Deutschland hindern.

Das arme Mazedonien will mit einem Grenzzaun sogenannte Wirtschaftsmigranten von der Balkanroute fernhalten. Doch auf ihr sind weiter Tausende unterwegs in Richtung Westeuropa.

Das Balkanland Mazedonien hat am Samstag mit dem Bau eines Grenzzauns zum südlichen Nachbarn Griechenland begonnen. Damit sollten sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge an der Weiterreise auf der Balkanroute Richtung Österreich und Deutschland gehindert werden, berichteten die Behörden. Auf dieser Transittrasse waren aber auch am Wochenende wieder Tausende Flüchtlinge und Migranten nach Norden unterwegs.

Kroatien meldete von Samstag bis Sonntagmorgen knapp 4000 neue Einreisen. Die slowenischen Behörden berichteten allein am Samstag von 3100 angekommenen Menschen. Damit seien seit Mitte Oktober, als die Flüchtlingsroute erstmals über dieses kleine EU- und NATO-Land lief, mehr als 270 000 Menschen angekommen. In Kroatien seien es seit Mitte September mehr als 450 000 gewesen, teilte das Innenministerium mit. Praktisch alle wollten nach Westeuropa und vor allem nach Deutschland.

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Über das Mittelmeer nach Europa: Zahlen zu Flüchtlingen

  • Flucht nach Europa

    Trotz der lebensgefährlichen Fahrt über das Mittelmeer wagen viele Tausend Menschen die Flucht nach Europa. 219.000 Menschen flohen laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR 2014 über das Mittelmeer nach Europa; 2015 waren es bis zum 20. April 35.000.

  • Tot oder vermisst

    3.500 Menschen kamen 2014 bei ihrer Flucht ums Leben oder werden vermisst; im laufenden Jahr sind es bis zum 20. April 1600.

  • Zahl der Flüchtlinge in Europa

    170.100 Flüchtlinge erreichten 2014 über das Meer Italien (Januar bis März 2015: mehr als 10.100); weitere 43.500 kamen nach Griechenland, 3.500 nach Spanien, 570 nach Malta und 340 nach Zypern.

  • Syrer

    66.700 Syrer registrierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex 2014 bei einem illegalen Grenzübertritt auf dem Seeweg, 34.300 Menschen kamen aus Eritrea, 12.700 aus Afghanistan und 9.800 aus Mali.

  • Asylantrag

    191.000 Flüchtlinge stellten 2014 in der EU einen Asylantrag (dabei wird nicht unterschieden, auf welchem Weg die Flüchtlinge nach Europa kamen). Das sind EU-weit 1,2 Asylbewerber pro tausend Einwohner.

  • 123.000 Syrer...

    ...beantragten 2014 in der EU Asyl (2013: 50.000).

  • Asylbewerber in Deutschland

    202.700 Asylbewerber wurden 2014 in Deutschland registriert (32 Prozent aller Bewerber), 81.200 in Schweden (13 Prozent) 64.600 in Italien (10 Prozent), 62.800 in Frankreich (10 Prozent) und 42.800 in Ungarn (7 Prozent).

  • Steigende Zahl der Asylbewerber

    Um 143 Prozent stieg die Zahl der Asylbewerber im Vergleich zu 2013 in Italien, um 126 Prozent in Ungarn, um 60 Prozent in Deutschland und um 50 Prozent in Schweden.

  • Aufnahme der Flüchtlinge

    Mit 8,4 Bewerbern pro tausend Einwohner nahm Schweden 2014 im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. Es folgten Ungarn (4,3), Österreich (3,3), Malta (3,2), Dänemark (2,6) und Deutschland (2,5).

  • Überfahrt nach Italien oder Malta

    600.000 bis eine Million Menschen warten nach Schätzungen der EU-Kommission allein in Libyen, um in den nächsten Monaten die Überfahrt nach Italien oder Malta zu wagen.

An der griechisch-mazedonischen Grenze reagierten die blockierten Flüchtlinge mit Gewalt. Sie griffen die Polizei mit Steinen an. 18 Beamte seien verletzt, Polizeiwagen beschädigt worden, meldete das Innenministerium. Innenminister Oliver Spasovski besuchte am späten Samstag das Grenzgebiet. Die Lage sei unter Kontrolle, sagte er.

Nach Ungarn und Slowenien ist Mazedonien das dritte Land auf dem Transitweg, das den Ansturm Tausender auf diese Weise eindämmen will. Schon seit Tagen lässt die mazedonische Polizei nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak durch. Abgewiesen werden als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnete Menschen vornehmlich aus Asien.

Verzweifelte Menschen versuchten mit spektakulären Aktionen, ihre Durchreise zu erzwingen. Sie legten sich auf Eisenbahnschienen und blockierten den Verkehr vorübergehend. Einige nähten sich die Münder zu oder begannen einen Hungerstreik.

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Der Bürgermeister der griechischen Grenzstadt Idomeni, Christos Gountenoudis, äußerte sich besorgt über den Bau des Zauns. Die Situation sei ohnehin gefährlich und werde damit noch schlimmer, sagte er der griechischen Nachrichtenagentur ANA-MNA.

„Tausende Menschen kommen hier an, sie schlafen im Regen und in der Kälte in Zelten“, sagte Gountenoudis. „Es muss bereits in Athen eine Überprüfung der Flüchtlinge stattfinden, damit hier an der Grenze nur legitime Flüchtlinge und keine Wirtschaftsmigranten ankommen.“

Seit Einführung der Grenzkontrollen am 13. November haben die französischen Behörden fast 1000 Menschen wegen Sicherheitsbedenken an der Einreise gehindert. 15 000 Zollbeamte, Polizisten und Gendarmen seien zur Sicherung der Grenzen mobilisiert worden, teilte Innenminister Bernard Cazeneuve mit. Die Kontrollen waren mit Blick auf den am Montag beginnenden UN-Klimagipfel angelaufen und nach den Terroranschlägen mit 130 Toten deutlich verschärft worden.

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