Förderatlas: Deutschlands Forscher sahnen ab

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Förderatlas: Deutschlands Forscher sahnen ab

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Ein Forscher betrachtet eine mit roter Flüssigkeit gefüllte Retorte.

von Christian Schlesiger

Der deutsche Wissenschaftsstandort ist stärker denn je, zeigt der aktuelle Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Keiner versteht es besser, Fördergelder aus Brüssel abzugreifen, als deutsche Forscher.

Es ist nicht so, dass Tüftler und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen und außeruniversitären Eirichtungen wirklich Grund hätten, sich zu beschweren. Seit Jahren investiert der Bund immer mehr Milliarden in die heimische Forschung. Inzwischen fließen drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Entwicklung neuer Erkenntnisse, ein Kraftakt von Staat und Wirtschaft. Das ist - verglichen mit anderen Industriestaaten – ein Paradies für Forscher.

Und dennoch schaffen es vor allem Wissenschaftler an deutschen Instituten, weitere Milliarden aus dem EU-Fördertopf anzuzapfen. Knapp sieben Milliarden Euro Fördermittel aus dem siebten Forschungsrahmenprogramm der EU flossen von 2007 bis 2013 von Brüssel nach Deutschland – europaweit ist das Spitze. Das geht aus dem Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hervor, der alle drei Jahre herauskommt und am Donnerstag in Berlin vorgestellt wird. Auf Platz zwei folgt Großbritannien mit abgezweigten Forschungsgeldern von 6,6 Milliarden Euro und Frankreich mit 4,9 Milliarden Euro.

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Wie sich die Hochschulfinanzierung zusammensetzt

  • Grundfinanzierung

    Einen Großteil der Hochschulfinanzierung übernehmen die Bundesländer. Sie tragen rund 80 Prozent der sogenannten Grundfinanzierung der Hochschulen.

  • Bund

    Gut zehn Prozent steuert der Bund über die Finanzierung von Forschungsprojekten zum Unihaushalt bei. Da wären unter anderem die Exzellenzinitiative oder der Hochschulpakt. So kommen letztlich 90 Prozent der Gelder für die Hochschulen von der öffentlichen Hand.

  • Private Geber

    Die verbliebenen zehn Prozent kommen aus privaten Quellen: Studienbeiträge der Studenten, Förderung durch die Wirtschaft und Auftragsforschung.

Auffällig an den Zahlen ist das ausgeglichene Forschungssystem in Deutschland, das aus Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und der Wirtschaft besteht. Mehr als ein Viertel der EU-Summe fließt in Anstrengungen der Industrie, den Rest teilen sich Hochschulen und Institutionen wie Max-Planck-Institute, Helmholtz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft.

In Großbritannien konzentriert sich die Forschung hingegen zu einem Großteil auf Hochschulen wie Cambridge, Oxford und UC London. Frankreich hat seinen Fokus auf außeruniversitäre Einrichtungen gelegt.

Von Unternehmen finanzierte Forschung "Unser Forschungssystem gerät auf die schiefe Bahn"

Korrumpiert Geld aus der Industrie die Hochschulen? Oder sichert es im Gegenteil unseren Wohlstand? Ein Streitgespräch.

Horst Hippler und Christian Kreiß Quelle: Dominik Butzmann für WirtschaftsWoche

Deutschland behauptet sich innerhalb Europas damit als Wissenschaftsstandort Nummer eins. Das zeigt auch ein weiterer Indikator: So fördert Brüssel im Rahmen des Europäischen Forschungsrates (ERC) einzelne Wissenschaftler, die im Bereich der Grundlagenforschung in ihrem Fach führend sind. Für die Bewilligung der Fördergelder ist „allein die wissenschaftliche Exzellenz“ der Forscher und des Vorhabens maßgeblich.

In der Zeit von 2007 bis 2013 wurden 654 deutsche Forscher gefördert. Das entspricht 18 Prozent aller geförderten Wissenschaftler. Vor allem junge Nachwuchswissenschaftler konnten Forschungsunterstützung abgreifen. Dies sei „ein Hinweis auf die ausgeprägte internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems bei der Ausbildung exzellenter junger Forscherinnen und Forscher“, heißt es in dem Förderatlas der DFG.

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