François Fillon: Ermittler durchsuchen Wohnung

Frankreich: Ermittler durchsuchen Fillons Wohnung

Bild vergrößern

Francois Fillon schwitzt im Scheinwerfer-Licht

Der französische Konservative François Fillon gerät immer stärker unter Druck. Auch im eigenen Lager verliert er an Rückhalt. Nun haben Ermittler seine Pariser Wohnung durchsucht.

Ermittler haben die Pariser Wohnung des französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon durchsucht. Der Konservative steht wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten unter Druck. Ermittler hätten sich bereits am Donnerstagvormittag zum Pariser Wohnsitz des Paars begeben, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Berufung auf „übereinstimmende Quellen“. Die Aktion wurde der französischen Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld des Kandidaten bestätigt.

Fillon verliert derweil auch im eigenen Lager an Zustimmung. Eine Reihe von Politikern seiner Republikaner-Partei gingen auf Distanz und forderten ihn zum Rückzug auf. Bei einem Auftritt in Nîmes präsentierte Fillon sich jedoch als „Kämpfer“: „Was einen nicht umbringt, macht einen stärker“, rief er seinen Anhängern zu.

Anzeige

Nach Informationen der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ beschlagnahmten die Polizisten bei der Durchsuchung mehrere Dokumente. Die Nationale Finanz-Staatsanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage nicht und verwies auf das Ermittlungsgeheimnis.

Präsidentschaftswahl in Frankreich Wohin Macron mit „En marche“ marschieren will

Macron gibt die Marschroute vor: Gewinnt der parteiunabhängige Kandidat die Präsidentschaftswahl im Mai, steht Frankreich laut Programm eine „radikale Transformation“ bevor. Die Richtung: „Weder links noch rechts“.

Macron will bei der Präsidentschaftswahl mit einem europafreundlichen Programm antreten. Damit will er der Rechtspopulistin Le Pen Paroli bieten. Quelle: REUTERS

Fillon hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass er für den 15. März von den Ermittlungsrichtern vorgeladen ist. Dabei droht ihm die Eröffnung eines Verfahrens. Die Justiz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Gelder. Penelope Fillon war jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin ihres Mannes angestellt. Fillon weist den Vorwurf einer Scheinbeschäftigung zurück und hatte die Ermittlungsbehörden mehrfach schwer kritisiert, er sprach von einer „politischen Ermordung“.

Die Zeitung „Libération“ zählte bis Donnerstagabend 56 Politiker der Republikaner-Partei und ihrer Verbündeten, die von Fillons Kampagne abrückten, darunter Abgeordnete und Senatoren. Der Schatzmeister von Fillons Kampagne, Gilles Boyer, reichte seinen Rücktritt ein. 17 Bürgermeister und kommunale Mandatsträger forderten Fillon in einem Gastartikel in der Zeitung „L'Opinion“ auf, sich zurückzuziehen: Ein „moralischer Pakt“ sei gebrochen worden. Ursprünglich hatte Fillon gesagt, im Fall eines Verfahrens gegen ihn nicht anzutreten - davon war er am Mittwoch abgerückt. Für Sonntag sind Anhänger Fillons zu einer Demonstration für den Kandidaten in Paris aufgerufen.

François Fillon "Ich werde nicht nachgeben"

Die Affäre um den Verdacht einer Scheinbeschäftigung seiner Frau lässt François Fillon nicht los. Die Ermittler erhöhen den Druck weiter - doch der französische Präsidentschaftskandidat will nicht kleinbeigeben.

 Francois Fillon mit seiner Frau Penelope Fillon. Quelle: REUTERS

Fillon galt ursprünglich als Favorit der Präsidentschaftswahl am 23. April und am 7. Mai. Infolge der Affäre sanken seine Umfragewerte, inzwischen liegt er auf Platz Drei hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem früheren Wirtschaftsminister Emmanuel Macron. Damit käme er nicht in die entscheidende Stichwahl.

Auch die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat Ärger mit der Justiz. Sie verlor wegen der Verbreitung von Gewaltbildern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Donnerstag ihre parlamentarische Immunität. Das Europaparlament stimmte mit breiter Mehrheit dafür, Le Pens Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung in diesem Fall aufzuheben. Die Präsidentschaftskandidatin könnte nun wegen der Vorwürfe vernommen werden. Am Ende könnte ein Strafprozess stehen.

Auswirkungen auf ihre Wahlchancen muss dies jedoch nicht haben. Le Pen (48) ist es bislang stets gelungen, ihrer Wählerschaft Ermittlungen gegen sie als politisch motiviert zu verkaufen. Sie wollte sich mit den Bildern nach eigenen Angaben gegen eine Fernsehshow wehren, in der aus ihrer Sicht eine Parallele zwischen ihrer Partei Front National (FN) und dem IS gezogen worden war.

Französischer Präsidentschaftskandidat Fillon macht weiterVideo abspielen
Französischer Präsidentschaftskandidat Fillon macht weiter
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%