Frankreich: Hollande schießt sein Land in eine Schuldenkrise

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Der Rohstoffkrieg in Mali weitet sich aus. Ein Ende des Krieges scheint lange nicht in Sicht. Hat sich Frankreich militärisch und finanziell übernommen?

von Frank Doll

In Mali droht ein langer und teurer Krieg mit unsicherem Ausgang. Frankreich hat sich militärisch und finanziell übernommen. Nur Deutschland kann einen Flächenbrand in der Region noch verhindern.

Die französische Militäroperation in Mali gerät immer mehr außer Kontrolle. Was ursprünglich als zeitlich und militärisch begrenzter Einsatz gedacht war, wird vom französischen Staatspräsidenten François Hollande inzwischen zu einem epochalen Kampf gegen den Terrorismus und für die Demokratie hochstilisiert. Mit ähnlichen Worten hatten die USA vor zwölf Jahren ihren Kampf gegen den Terrorismus und ihren Einsatz in Afghanistan gerechtfertigt. Das macht einen geräuschlosen Rückzug ohne Gesichtsverlust nach einer gewissen Zeit nahezu unmöglich.

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Noch aber gibt es diese Chance. Der Gegner der Franzosen setzt sich zusammen aus Islamisten und ausländischen Al-Qaida-Dschihadisten sowie  aus Tuareg-Rebellen.  Für Islamisten und Dschihadisten allein dürfte aber ohne die militärische und logistische Unterstützung der Tuareg in der Stein- und Sandwüste nicht viel gehen.

Krieg in Mali Terror-Nester bekämpfen statt neokolonial demokratisieren

Eine Islamisten-Hochburg in Nordafrika wäre tödlich für Europa. Darum ist der Krieg in Mali notwendig - auch für Deutschland. Ein Erfolg kann der Einsatz nur werden, wenn sich eine starke Koalition dafür bildet.

Eine deutsche Transall mit logistischer Unterstützung für die französischen Truppen landet auf dem Flughafen in Bamako, Mali. Quelle: REUTERS

Die Rebellion im Norden Malis hat begonnen als Unabhängigkeitsbewegung von Tuareg, die an der Seite von Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten und anschließend aus Libyen vertrieben wurden. Einen religiösen Hintergrund gab es nicht. Erst der Militäreinsatz und die Propaganda der Franzosen, begleitet durch eine entsprechende Berichterstattung westlicher Medien, haben den Konflikt zu einem Kampf gegen den Terror gemacht und so Islamisten wie Dschihadisten aufgewertet.

Der verheerende Terroranschlag auf ein Gasfeld in Algerien war der Versuch radikal-religiöser Kräfte, den Konflikt zum eigenen Vorteil zu internationalisieren und weitere Kämpfer zu mobilisieren. Ähnliche Anschläge drohen nun in Libyen und Nigeria. Dem Westen bleibt nicht mehr viel Zeit, den Konflikt zu entschärfen. Deutschland könnte dabei eine entscheidende Rolle übernehmen. Denn die USA wollen sich offenbar nicht militärisch engagieren für die französischen Rohstoffinteressen in der Region.

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Als Zahlmeister Europas hat Deutschland ein vitales Interesse an einem raschen Ende des französischen Militäreinsatzes. Denn mit einem langwierigen Krieg in Mali würde sich Frankreich übernehmen. Zur aktuellen wirtschaftlichen Misere des Landes gesellte sich ein militärischer Konflikt, der weder zu gewinnen noch zu bezahlen ist. Über eine sich wieder verschärfende Euro-Krise oder gar über eine militärische Beteiligung Deutschlands müsste Berlin indirekt oder direkt für das militärische Abenteuer der Franzosen bezahlen. Verhandlungen mit dem Nomadenvolk der Tuareg mit der Aussicht auf materielle Unterstützung und mehr Selbstbestimmung böten zumindest die Chance, einen Flächenbrand in der Region noch zu vermeiden.

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