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KommentarFrankreich-Wahl: Schlechte Nachrichten für Europa

von Benjamin Reuter

Im französischen Präsidentschaftswahlkampf ziehen Nicolas Sarkozy und François Hollande in die zweite Runde ein. Der Sieg für Hollande in der ersten Runde ist eindeutig – aber nicht nur deshalb muss sich Europa Sorgen machen.

Quelle: dapd
Quelle: dapd

Im französischen Wahlkampf ist nun klar, wer im Rennen um das Präsidentenamt in die letzte Runde einzieht: Es sind der amtierende Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der Kandidat der Sozialisten, François Hollande. Eine Überraschung ist das nicht. Überraschend ist aber der Abstand mit dem Hollande seinen Rivalen auf den zweiten Platz verwiesen hat. Hollande kommt laut den letzten Hochrechnungen auf 28,6 Prozent der Stimmen, Sarkozy auf 27,2 Prozent. In den vergangenen Wochen hatte Sarkozy in den Umfragen noch einmal stark aufgeholt und lag teilweise vor Hollande.

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Sicher, noch sind es zwei Wochen bis zur Stichwahl am 6. Mai und entschieden ist nichts. Nach dem heutigen Abend wird es aber nicht wahrscheinlicher, dass Sarkozy wieder gewählt wird. Der prophezeit zwar immer noch „eine große Überraschung“ für den 6. Mai. In seinem Wahlkampfteam wurden aber schon in den vergangenen Tagen Stimmen laut, die nicht mehr mit einem Sieg rechnen.

Sarkozy ist gescheitert

Die Wahl an diesem Sonntag hat bestätigt, was sich in den vergangenen Wochen immer deutlicher zeigte: Sarkozy ist mit seinem scharfen Rechtskurs gescheitert, den er im Wahlkampf eingeschlagen hat. So drohte er Frankreichs Grenzen wieder zu schließen und den Schengen-Raum zu verlassen. Außerdem versprach er, die Einwanderung zu halbieren „Frankreich kann sich Ausländer nicht mehr leisten, die keine Arbeit haben“, hatte er in einer seiner Reden erklärt. Auch bei seiner letzten Wahlkampfveranstaltung am Freitag in Nizza sprach Sarkozy fast ausschließlich über das Thema Einwanderung.

Mit markigen Sprüchen zum Thema Immigration hat Sarkozy 2007 seine Wahl gewonnen und viele Wähler des rechtsextremen Front National auf seine Seite gezogen. Nur: In diesem Jahr scheinen die rechten Wähler seine Ankündigungen nicht mehr ernst zu nehmen. Stattdessen votierten knapp 20 Prozent für Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National und bescherten der Partei damit ein Rekordergebnis.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.04.2012, 00:01 UhrPatriotin

    Wann wacht der Wähler auch in Deutschland auf? 90% Hartz-IV bei Libanesen, 63% bei Afghanen, 54 % bei Irakern, 43,8% aller Türken erhalten Sozialleistungen und der Deutsche ist so dumm und zahlt. Das einzige Volk in Europa, das am Boden kriecht wie ein geprügelter Hund ohne Rückgrat ist das Deutsche. Meine Kinder sollen nach dem Studium Dtld. verlassen, denn das Land der "zahlenden und kriechenden Trottel" hat keine Zukunft mehr.

    Deutschland schaft sich ab - LEIDER! Wo bleiben die Demos gegen Euro-Rettung? Für ein paar Käfer (S21) demonstrieren doch auch die Atomhxysteriker. "German Angst" - einfach lachhaft.

  • 23.04.2012, 11:35 UhrInflation

    Ich denke, dass ,ähnlich wie in Deutschland, eine Mehrheit auch in Frankreich gerne wieder eine eigene Währung hätte. Man darf den Euro nicht mit "Europa" gleichsetzen. Im Gegenteil. Der Euro hat der europäischen Idee sehr geschadet. Die Unfähigkeit der Politik verbindliche Stabilitätskriterien zu installieren und durchzuhalten hat in die Krise geführt ebenso wie kriminelle Bankenexzesse.

  • 23.04.2012, 09:01 Uhrhilde

    'Wenn jetzt ein Fünftel der Franzosen für sie stimmen, bedeutet das auch, dass das Projekt Europa in einem seiner Gründerstaaten nicht mehr viel zählt.'

    ...Na so was neues aber auch! Und nicht nur in EINEM seiner Gründerstaaten! Das weiss sogar der Verfasser des Artikels.

    Ich freue mich ebenfalls für Frankreich. Gönnen Sie dem Land doch die Hoffnung, den pauv' con (hoffentlich!)loszuwerden.

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