Französische Konservative: Sarkozy ist wieder UMP-Vorsitzender

Französische Konservative: Sarkozy ist wieder UMP-Vorsitzender

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Sarkozy steht wieder an der Spitze der UMP.

Nicolas Sarkozy ist zurück. Er übernimmt wieder den Vorsitz der UMP. Doch seine konservativen Parteifreunde verpassen ihm bei seinem Comeback einen Dämpfer.

Ex-Präsident Nicolas Sarkozy steht wieder an der Spitze der französischen Konservativen. Die Mitglieder der UMP wählten den 59-Jährigen am Samstagabend erneut zu ihrem Vorsitzenden - verpassten ihm auf seinem möglichen Weg zurück in den Élysée-Palast aber auch einen Dämpfer.

Sarkozy erhielt 64,5 Prozent der Stimmen, seine Mitarbeiter hatten 70 Prozent als Ziel ausgegeben. Von den 85 Prozent, mit denen er 2004 den UMP-Vorsitz übernommen hatte, ist Sarkozy weit entfernt.

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Es wird damit gerechnet, dass der 59-Jährige als Parteichef für die Rechten auch wieder bei der Wahl zum Staatspräsidenten im Jahr 2017 antreten will. Ursprünglich hatte Sarkozy angekündigt, nicht wieder in die Politik einzusteigen. Über den Kandidaten wird 2016 entschieden. Sarkozy war bereits von 2007 bis 2012 Staatspräsident.

Affären im Dunstkreis von Nicolas Sarkozy

  • Libyen

    Untersucht wird, ob der Wahlkampf Sarkozys bei seiner Präsidentschaftskandidatur 2007 vom libyschen Regime unter Muammar al-Gaddafi unterstützt wurde.

  • Richter

    Angeblich um Informationen über die Libyen-Ermittlungen zu erlangen, soll Sarkozy einem wichtigen französischen Richter eine Empfehlung für einen lukrativen Posten in Monaco versprochen haben.

  • Tapie

    Der Geschäftsmann und Sarkozy-Unterstützer Bernard Tapie soll regelwidrig mit rund 400 Millionen Euro entschädigt worden sein, nachdem er sich von einer früheren Staatsbank beim Verkauf seiner Adidas-Anteile geprellt gesehen hatte.

  • Bygmalion

    Im Wahlkampf 2012 soll Sarkozys Partei UMP fiktive Rechnungen der Kommunikationsagentur Bygmalion genutzt haben, um die rechtliche Begrenzung von Sarkozys Wahlkampfkosten auf 22,5 Millionen Euro zu umgehen.

  • Toulon

    Hier geht es um die Finanzierung einer Veranstaltung für Sarkozy Ende 2011 in Toulon. Die Kosten sollen nicht in der Aufstellung für den Wahlkampf enthalten sein.

  • Élysée-Umfragen

    Untersucht wird die Vergabe von Umfragen an verschiedene Institute während der Regierungszeit Sarkozys durch seinen Amtssitz, darunter an das Unternehmen eines Sarkozy-Beraters.

Der derzeitige Amtsinhaber, François Hollande, kämpft mit stark sinkenden Sympathiewerten. Seine Kandidatur 2017 lässt der Sozialist offen. Sarkozys Problem allerdings ist, dass Umfragen nach seiner Comeback-Ankündigung im September gezeigt hatten, dass ein Großteil der Franzosen mit seiner Rückkehr in die Politik nicht einverstanden ist. Sein Name ist in zahlreichen politischen Affären in Frankreich genannt worden.

Sarkozy gab sich kurz nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden aber kämpferisch. Die Zeit der Taten sei gekommen, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Bereits am Montag will er die wichtigsten UMP-Vertreter treffen. Er will die skandalgebeutelte Partei grundlegend umkrempeln, neue Statuten erlassen und ihr sogar einen neuen Namen geben.

Der 59-Jährige galt als Favorit bei der Abstimmung am Samstagabend. Sein Hauptrivale, der ehemalige Landwirtschaftminister und Diplomat Bruno Le Maire (45), erhielt knapp 30 Prozent der Stimmen, der 1958 in Algier geborene Politiker Hervé Mariton gut sechs Prozent.

Sarkozy löst eine Troika aus den ehemaligen Premierministern Alain Juppé, Jean-Pierre Raffarin und François Fillon ab. Diese hatte die UMP (Union für eine Volksbewegung) nach einem Skandal um illegale Wahlkampffinanzierung kommissarisch geleitet. Auch eine von Manipulationsvorwürfen überschattete Urabstimmung über den Vorsitz 2012 hatte die Partei ins Chaos gestürzt. Sarkozy stand bereits von 2004 bis 2007 an der Spitze der konservativen gaullistischen Partei.

Weitere Artikel

Der UMP-Generalsekretär und ehemalige Bildungsminister Luc Chatel bezeichnete den erneuten Wahlsieg Sarkozys als eine neue Ära für die Partei. Noch vor 150 Tagen sei das Bestehen der UMP in Frage gestellt worden, gab die Nachrichtenagentur AFP den Politiker wieder.

Von den über 260 000 UMP-Mitgliedern, die seit Freitag zur Abstimmung aufgerufen waren, nahmen etwas mehr als 58 Prozent an der Wahl teil, mehr als in den vorherigen Jahren.

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