Französisches Militär: Ein Schnellkochtopf als Atommüll-Endlager

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Französisches Militär: Ein Schnellkochtopf als Atommüll-Endlager

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Das französische Militär spart sich die komplizierte Suche nach einem Atommüll-Endlager und setzt auf konventionelle Schnellkochtöpfe. Gleich 4.000 Stück stehen auf dem Bestellschein.

Hausfrauen schwören auf den Küchenhelfer, er spart Zeit und Energie. Offenbar dient der  Schnellkochtopf aber nicht nur zum herkömmlichen Gulaschkochen, sondern auch zum Transport von Atommüll. Frankreichs Kommissariat für Atom- und alternative Energien (CEA) sucht derzeit in einer öffentlichen Ausschreibung 4.000 Schnellkochtöpfe zum „Transport von sensiblen Materialien. Tatsächlich produziert das CEA Valduc in Is-sur-Tille bei Dijon etwa Teile von Atomsprengköpfen für das französische Militär. Bei den „sensiblen Materialien“ handelt es sich laut dem französischen Magazin „Marianne“ um kleine Barren radioaktiven Plutoniums.

Die Anforderungen an die ‚Autocuiseurs‘ sind präzise formuliert. Die Töpfe müssen ein Volumen von 17 Litern fassen, rostfrei und sicher verschließbar sowie mit dem obligatorischen Deckelgriff ausgestattet sein. Sie sollen bereits Anfang 2014 eingesetzt werden, um Plutoniumreste auf dem ehemaligen US-Gelände aufzubewahren. „Für einen Transport außerhalb des Geländes ist diese Form der Aufbewahrung nicht zugelassen“, erklärt der Direktor der Militäranlage, Francois Bugaut. Vielmehr würden die Schnellkocher auf der Anlage gebunkert.

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Dazu würden die Metallabfälle, "kleine Zylinder von rund zehn Zentimeter Durchmesser und zwei Zentimeter Dicke", erst strahlensicher in Schachteln verpackt und dann in die preiswerten Behälter geschichtet. "Einige hundert Gramm pro Topf." Auch wenn das Militär offensichtlich Geld sparen will, jeder Topf kommt ihm nicht ins Haus. "Der Widerstand des Behältnisses", so heißt es in der Ausschreibung, "muss so ausgelegt sein, dass Behälter und Inhalt einen Sturz überstehen, ohne dass die Dichte darunter leidet."

Während sich Atomgegner in Frankreich über die scheinbar dilettantische Aufbewahrung des radioaktiven Plutoniums beschweren, erklärt Bugaut, dass an dem Vorgehen nichts Außergewöhnliches sei. „Die Cocotte-Minute bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagte er „Marianne“. „Wir machen das seit Jahrzehnten so.“

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Die Hersteller freuen sich über das neu gewonnene Geschäftsfeld. Laut der Zeitung „Le Monde“ hat der Schnellkochtopf-Marktführer SEB bereits Tausende Töpfe an die französische Atomindustrie verkauft.

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