„Freiheit, Gleichheit, Demokratie!“: Demonstrationen in Polen

„Freiheit, Gleichheit, Demokratie!“: Demonstrationen in Polen

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Unter den Slogan „Freiheit, Gleichheit, Demokratie!“ gingen tausende Polen auf die Straße.

Tausende versammelten sich am Samstag in ganz Polen auf den Straßen. Auf den Freiheitsmärschen ging es um historische Triumphe und neue Herausforderungen. Drei Ex-Präsidenten appellieren an Europa.

Unter dem Motto „Alle für die Freiheit“ haben am Samstag Tausende Menschen in Polen an den Jahrestag der teilweise freien Wahl im Jahr 1989 erinnert. Zugleich demonstrierten sie gegen die Politik der nationalkonservativen Regierung. In Warschau kamen nach Angaben der Stadtverwaltung 50.000 Menschen zu einem Marsch zusammen. Die Polizei sprach von 10 000 Teilnehmern.

Zu den Demonstrationen hatten die Oppositionsbewegung KOD und die drei ehemaligen Präsidenten Lech Walesa, Aleksander Kwasniewski und Bronislaw Komorowski aufgerufen. Während der einstige Arbeiterführer Walesa nicht auftrat, marschierten Komorowski und Kwasniewski gemeinsam in der ersten Reihe.

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Immer wieder skandierten die versammelten Menschen: „Freiheit, Gleichheit, Demokratie!“ Viele hatten nicht nur polnische Nationalfahnen, sondern auch Europafahnen mitgebracht. „Wir wissen noch gut, wie schwer die Arbeit für die Sache der Freiheit war“, sagte Komorowski. „Aber heute weiß ich, dass Polen anders, besser ist.“

„Wir wussten wirklich nicht, wie es endet, aber wir wussten, dass wir es riskieren müssen“, erinnerte Kwasniewski an die Wahlen von 1989. Er gehörte damals als junger Minister der kommunistischen Regierung der „anderen Seite“ an. Kwasniewski erinnerte an die Bedeutung des historischen Wandels in Polen für den ganzen einstigen Ostblock: „Das ist unser Platz in der Geschichte des 20. Jahrhundert. Den Spuren der Polen folgten die Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien. Damals begann der Prozess der deutschen Wiedervereinigung.“

Skeptischer zeigte sich der derzeitige polnische Präsident Andrzej Duda. „Diese Wahl war nicht völlig frei“, sagte er im Fernsehsender TVP.info. „Nach diesen Wahlen wurde General Jaruzelski Präsident. Auch mit Zustimmung eines Teils der Eliten von Solidarnosc.“

Walesa, Kwasniewski und Komorowski richteten am Samstag auch einen gemeinsamen Appell an die Völker Europas, in dem sie zur Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufriefen. „Von den Straßen und Plätzen, auf denen einst (die unabhängige Gewerkschaft) Solidarnosc geboren wurde, rufen wir einmal mehr alle Europäer zur Solidarität auf“, schrieben sie in ihrer gemeinsamen Botschaft. „Wir sprechen für Hunderttausende - freie polnische Bürger, die seit einem halben Jahr (seit Beginn der nationalkonservativen Regierung) auf den Straßen ihre Bindung an Demokratie, Recht und ein freies Europa demonstrieren.“

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