Freytags-Frage: Wie geht es nach der Wahl mit der Euro-Krise weiter?

kolumneFreytags-Frage: Wie geht es nach der Wahl mit der Euro-Krise weiter?

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Wie wird sich die Lage in der Eurozone nach der Bundestagswahl entwickeln?

Kolumne von Andreas Freytag

Im Wahlkampf wurden Euro-Krise und Europapolitik weitgehend totgeschwiegen. Trotz der Lethargie drängt sich die Frage auf, wie sich die Lage in der Euro-Zone entwickeln wird. Vier Szenarien sind denkbar.

Nun ist es soweit, es wird endlich gewählt. Immerhin steigt jetzt doch die Spannung ein wenig, vor allem nach der Wahl in Bayern am vergangenen Sonntag. Jetzt geht es zumindest darum, wer alles in den Bundestag einziehen wird; Themen sind nach wie vor kaum zu sehen. Das gilt insbesondere für das Thema Europa. Während die Bundesregierung den Eindruck vermitteln will, die Euro-Krise sei vorüber (hat es sie überhaupt je gegeben, oder ist sie bloß der Phantasie einiger Ewiggestriger entsprungen?), versuchen andere politische Gruppen, das Thema in der Öffentlichkeit warmzuhalten, allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

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Die Lethargie kann nicht verhindern, dass seit Wochen darüber gerätselt wird, wie sich die Lage in der Euro-Zone nach der Bundestagswahl entwickeln wird. Viele Szenarien sind denkbar.

Erstens: Alles wird gut!

Das ist die Botschaft der Bundesregierung. Minister Schäuble hat jüngst in mehreren Zeitungsartikeln zu zeigen versucht, welche enormen Reformbemühungen die südlichen Länder, darunter auch Griechenland (sic!), unternommen haben und wie diszipliniert der gesamte Euroraum fiskalisch auftritt. Schäubles Einlassungen in der FT unter der Überschrift "Ignore the doomsayers: Europe is being fixed" haben Ambrose Evans-Pritchard zu einer bösen Replik veranlasst. Natürlich wünscht man sich, dass Minister Schäuble recht hat, wenn er behauptet, die Krise sei so gut wie überstanden. Ohnehin habe er ja immer den weiteren Finanzbedarf Griechenlands betont. Wie wahrscheinlich aber ist es?

Schuldenkrise "Die Euro-Zone wird in dieser Form keinen Bestand haben"

Euro-Kritiker Frank Schäffler und Vermögensverwalter Max Otte fordern ein Euro-Aus Griechenlands und ein Ende der Rettungspolitik zu Lasten der Sparer. Otte verrät zudem, warum jetzt ein guter Moment zum Goldkauf ist.

Raus mit dem Griechenland-Euro aus der Währungsunion? Frank Schäffler und Max Otte plädieren für eine "atmungsaktive Euro-Zone", die Austritte aus dem Euro-Verbund möglich macht. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Zweitens: Weiterwurschteln!

In diesem Szenario tut sich nichts. Die Lage bleibt zunächst ruhig. Irgendwann Anfang 2014 kommen dann die Griechen und brauchen Geld. Nach dreimaligem "Nein!" kommt ein "Ja, aber!" der Bundesregierung. Der Bundestag hat 35 Minuten, die Unterlagen zu sichten und zuzustimmen. "There is no alternative!" Die Lage bleibt danach zunächst ruhig. Irgendwann Anfang 2015 kommen dann die Griechen und brauchen Geld. Nach dreimaligem "Nein!" kommt ein "Ja, aber!" der Bundesregierung. Der Bundestag hat 27 Minuten, die Unterlagen zu sichten und zuzustimmen. "There is no alternative!" Die Lage bleibt dann zunächst ruhig. Irgendwann Anfang 2016 kommen dann die Griechen und brauchen Geld. Nach dreimaligem "Nein!" kommt ein "Ja, aber!..." Fortsetzung folgt.

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