Front National : Rechtsextreme Partei leiht sich Geld aus Russland

Front National : Rechtsextreme Partei leiht sich Geld aus Russland

Der rechtsextreme Front National hat aus Russland einen Millionenkredit erhalten. Die Bank gehört einem Oligarchen, dem gute Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nachgesagt werden.

Bei seiner Parteiarbeit stützt sich der französische Front National auf einen Millionenkredit aus Russland. Das bestätigt deren Chefin Marine Le Pen. Bereits im September habe sich ihre Partei neun Millionen Euro bei der in Moskau ansässigen First Czech Russian Bank (FCRB) geliehen. Die Bank gehört einem Oligarchen, der gute Beziehungen zum Kreml-Chef haben soll.

Wie radikal ist der Front National?

  • "Weder rechts, noch links"

    Parteiführerin Marine Le Pen versucht ihre Partei zu "entdiabolisieren" und für alle Franzosen wählbar zu machen. Deswegen verwehrt sie sich dagegen, radikal oder ausländerfeindlich genannt zu werden. Sie kündigte rechtliche Schritte gegen all jene an, die die Partei rechtsextrem nennen. Ihre Partei "sei weder rechts, noch links".

  • "Franzosen zuerst"

    Der Front National nennt sich selbst "patriotisch" und "national". Man wolle die "französische Identität, Tradition und Souveränität" wahren. So sollen Franzosen in ihrem Heimatland generell bevorzugt werden. Das Motto – und ein Buchtitel des ehemaligen FN-Chefs Jean-Marie Le Pen – lautet: "Les Français d'abord" ("Franzosen zuerst"). Demnach sollen französische Staatsbürger bei der Arbeitsplatzsuche und bei Sozialleistungen gegenüber Nicht-Franzosen besser gestellt werden.

  • Warnung vor "Islamisierung des Landes"

    Der FN will den Bau von Moscheen in Frankreich verbieten, ebenso das Tragen eines Kopftuches in der Öffentlichkeit um die "Islamisierung" des Landes zu stoppen. Einwanderer aus muslimischen Ländern werden kritisch gesehen.

  • Nazis "nicht besonders unmenschlich"

    Marine Le Pens Vater, Jean-Marie Le Pen, fiel mehrfach durch antisemitische Äußerungen negativ auf. verharmloste die Gaskammern der Nazis als "Detail der Geschichte", bezeichnete die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg als "nicht besonders unmenschlich" und stachelte zum Fremdenhass auf. Noch heute meldet sich der 85 Jahre alte Ehrenvorsitzende wöchentlich zu Wort. Politikwissenschaftler wie Jean-Yves Camus verweisen darauf, dass sich Marine Le Pen keineswegs klar von ihrem Vater distanziert

  • "Identität, Tradition, Souveränität"

    2007 schloss sich der Front National mit anderen rechten Parteien – unter anderem die österreichische FPÖ – zu einer Fraktion unter dem Namen "Identität, Tradition, Souveränität" zusammen. Wenige Monate später löste sich die Fraktion auf.

  • "Flaggenträger des französischen Nationalsozialismus"

    Die Regionalzeitung "Midi Libre" aus Montpellier nennt den Front National trotz der Drohgebärden der Partei weiterhin rechtsextrem. "Lassen Sie es uns ohne Umschweife und ohne Hass sagen – auch wenn dies ihrer Vorsitzenden nicht gefällt: Die Front National ist rechtsextrem. Marine le Pen kann noch so viel drohen, gegen jeden vor Gericht zu ziehen, der die FN in diese politische Familie einstuft – wir fragen uns, aus welchem Grund - ihre Partei bleibt der Flaggenträger des französischen Nationalsozialismus. (...) Auch wenn ihre populistischen Thesen einen Teil der Wähler verführen, bleibt die Front National eine Gefahr für die Demokratie. Eine Gefahr für den Sozialpakt, der die Bürger vereint. Und ein Risiko für das Gleichgewicht in Europa."

Am Wochenende hatte das Internetportal Mediapart enthüllt, dass der Kreditvertrag nach "nach massivem Lobbying führender FN-Politiker" zustande gekommen sei. So habe Marine Le Pen neben Präsident Putin auch den russischen Abgeordneten Alexander Babakow getroffen. Das Brisante: Gegen den Geschäftsmann hat die EU Sanktionen verhängt.

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Die rechtsextreme Partei benötige das Geld für die Organisation eines Parteitages am Wochenende in Lyon sowie für zwei Wahlkämpfe in 2015. Zwei Millionen habe der Front National bereits erhalten. Le Pen monierte unterdessen, dass der Skandal nicht darin liege, dass eine russische Bank das Geld zur Verfügung gestellt habe, sondern das französische Banken der Partei nichts leihen. Auch in anderen Ländern war die Partei - eigenen Aussagen zufolge - wenig erfolgreich, so dass sie dann beim ersten, der angebissen hat, unterschrieben habe. Die Partei verfolge nicht erst seit kurzem eine prorussische Linie.

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