Frontex warnt: Gefahr durch gefälschte Pässe an Europas Grenzen

Frontex warnt: Gefahr durch gefälschte Pässe an Europas Grenzen

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Griechische Polizisten kontrollieren an der Grenze zur Türkei den Reisepass eines Flüchtlings.

Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex hat angesichts der Einwanderungswelle nach Europa vor gefälschten Pässen gewarnt. Die unkontrollierte Einreise sei ein Sicherheitsrisiko.

Die für die Überwachung illegaler Einwanderung zuständige EU-Grenzschutzagentur Frontex hat vor Gefahren wegen gefälschter oder gestohlener Pässe gewarnt. „Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar“, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der „Welt am Sonntag“.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Syrien, Irak und Libyen in mehreren Städten die offiziellen Behörden übernommen und zahlreiche echter Passdokumente erbeutet - der Zeitung zufolge sind es mutmaßlich Zehnttausende.

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FILE - Greek police officers patrol near the northeastern city of Orestiada, at the Greek-Turkish borders, on 05 November 2010. A contingent of border police sent by Frontex, the European agency for guarding the EU's external borders, arrived in Greece in order to assist efforts to stem the tide of illegal migrants entering the EU via the Greek-Turkish land border. EPA/NIKOS ARVANITIDIS (zu dpa-Vorausmeldung "EU-Kommission präsentiert Vorschlag zu besserem Grenzschutz" vom 14.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der Frontex-Chef sagte, seine Beamten kontrollierten zwar sehr genau, ob Flüchtlinge möglicherweise mit gefälschten oder gestohlenen Papieren einreisten. „Dennoch ist die Aussagekraft von Flüchtlingspässen aus unserer Sicht sehr begrenzt“, so Leggeri. In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne schließlich niemand garantieren, „dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden“.

Bereits im März war berichtet worden, dass der Terrormiliz IS im ostsyrischen Al-Rakka rund 3800 syrische Blanko-Reisepässe in die Hände gefallen. Einen entsprechenden Bericht des Bielefelder „Westfalen-Blatts“ hatte das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt. Unmittelbar Gefahr, dass Terroristen damit nach Deutschland einreisen könnten, bestehe wegen der Visumspflicht nicht, sagte eine Sprecherin damals noch.

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In diesem Monat wurde bekannt, dass die Behörden europäischer Staaten über Listen mit den Seriennummern abhandengekommener Pässe aus Syrien und dem Irak verfügen. Vermisst werden Diplomaten rund 5000 Pässe aus den syrischen Provinzen Rakka und Deir al-Sor sowie etwa 10.000 aus den irakischen Gebieten Anbar, Ninive und Tikrit. Die Sicherheitsbehörden befürchten, dass Extremisten den Flüchtlingsstrom nutzen könnten, um mit gefälschten Pässen nach Europa zu gelangen.

Inzwischen sind Flüchtlinge und Migranten in großer Zahl weitgehend unkontrolliert in die EU eingereist.

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