Gas-Pipeline: EU sucht nach Alternativen für South Stream

Gas-Pipeline: EU sucht nach Alternativen für South Stream

, aktualisiert 09. Dezember 2014, 19:23 Uhr
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Eine Gasleitung an der ukrainischen Grenze.

Russland ist für Europa ein wichtiger Energielieferant. Doch die geplante Gasleitung South Stream will Moskau nicht weiter vorantreiben. Leidtragende sind vor allem die Länder Südosteuropas.

Nach dem Aus für die Gaspipeline South Stream wollen die Staaten Südosteuropas alternative Projekte vorantreiben und das Gespräch mit Russland suchen. Darauf verständigten sich die Vertreter von sieben Staaten am Dienstag in Brüssel mit der EU-Kommission. Sie wiesen auf die „derzeit inoffizielle Natur“ der russischen Ankündigung zum Stopp von South Stream hin und baten den Vizepräsident der Energieunion, Maros Sefcovic, „die Situation mit der russischen Seite zu klären“.

Zuvor hatten sich Minister oder ihre Vertreter aus Österreich, Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Italien, Rumänien und Slowenien mit Sefcovic getroffen. Ungarn war zwar ebenfalls vertreten, unterzeichnete die Erklärung aber nicht - warum, war vorerst unklar.

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Die Gasleitung South Stream hätte vor allem die Länder Südosteuropas mit Gas aus Russland versorgen sollen. Die EU-Kommission kritisierte allerdings heftig, dass der Gazprom-Konzern sowohl das Gas liefern als auch die Leitung betreiben sollte. Vergangene Woche verkündete Russland dann den Stopp des Projekts.

Generell plädieren die sieben Länder für eine stärkere Anbindung der Region an den europäischen Energiemarkt und für Bezug von Energie aus neuen Quellen. Dabei nennen sie zum Beispiel Flüssiggas, den Ausbau von Gasleitungen ans Kaspische Meer und die Erschließung von Gasreserven im östlichen Mittelmeer oder dem Schwarzen Meer. In einer gesonderten Erklärung forderten Griechenland, Bulgarien und Rumänien den Bau von Gasleitungen, die die drei Länder miteinander verbinden sollen. Die Staaten hoffen auch auf Geld der EU.

Die EU arbeitet unter anderem am Ausbau des sogenannten „Südlichen Korridors“, über den Gas vom Kaspischen Meer nach Europa fließen soll. Sefcovic sagte vor dem Treffen, er habe von Aserbaidschan Zusicherungen erhalten, dass geplante Pipelines zügig gebaut würden. „Im Jahr 2019 würden sie das Gas vom Kaspischen Meer gerne bis zur europäischen Grenze liefern“, sagte Sefcovic. Die EU berate nun über eine spezielle Expertengruppe, die das Projekt vorantreiben könnte.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hofft derweil, dass South Stream noch eine Chance hat. „Für Europa insgesamt wäre es gut, wenn das Projekt nicht gestorben wäre“, sagte Gabriel am Rande eines Treffens der EU-Energieminister. „Man muss einfach hoffen, dass, wenn sich die Lage zwischen Russland, (der) Ukraine und der Europäischen Union hoffentlich irgendwann wieder etwas stabilisiert hat, dass man dann erneut ins Gespräch kommt“, erklärte er.

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Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow glaubt zwar nicht mehr an den Sinn weiterer Verhandlungen zu South Stream. Er merkte aber gegenüber der Agentur Interfax in Brüssel an: „Es ist in Brüssel ziemlich oft zu hören, dass die EU ihren Gasimport aus Russland verringern will. Aber ich denke, dass er sich eher vergrößern wird. Denn eine andere konkurrenzfähige Quelle gibt es nicht.“

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