Gastbeitrag zur Schuldenkrise: Die Euroretter sind Lügner und Realitätsverweigerer

KommentarGastbeitrag zur Schuldenkrise: Die Euroretter sind Lügner und Realitätsverweigerer

In der Eurokrise übernehmen die Retter den früheren Part der Griechen. Sie greifen zu Buchhaltungstricks und unrealistischen Wachstumsprognosen. Damit bringen sie die Tragödie immer auf den neuesten Stand der Lüge.

Obwohl der südeuropäische Rezessions-Virus mittlerweile die ersten Kernländer Europas angesteckt hat, das „fiscal cliff“ in den USA noch lange nicht „umschifft“ ist und Japan bis hin zur Notenbank S.O.S.-Notsignale funkt, erwarten die Aktieninvestoren für das Jahr 2013 schlimmstenfalls eine leichte „konjunkturelle Delle“. Die Analystengemeinde hofft unverdrossen darauf, dass die chinesische Wirtschaft bereits 2013 wieder stärker expandieren kann, während Ökonomen die US-Politik verzweifelt beschwören, die seit 2008 um knapp 75  Prozent auf jetzt 16,31 Billionen Dollar angeschwollene Staatsverschuldung zum „Wohle“ der Menschheit, gern auch unter Einsatz der Druckerpresse, weiter explodieren zu lassen! („Ich denke nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Sparmaßnahmen voranzutreiben“, meint etwa Professor Robert Shiller)  

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Während die Wirtschaft der sich (mehr oder weniger) an den Vorgaben der EU-Kommission oder „Troika“ haltenden Sorgenstaaten - Portugal, Spanien und Italien - mit viel Lob der Rettergemeinde endgültig (mit jährlichen Schrumpfungsraten von 3,4 Prozent, 1,6 Prozent beziehungsweise  2,4 Prozent) in der Rezession angekommen ist, geht es - (noch) mit Ausnahme von Deutschland - inzwischen auch in den sogenannten Kernländern Europas abwärts. Frankreichs ohnehin nur sehr schwach ausgeprägte Wachstumskräfte erlahmen zusehends, wobei bis dato weder der Konsum noch der Immobilienmarkt des zweitwichtigsten Euro-Retters auch nur ansatzweise wie schon in Holland oder Spanien unter Druck geraten sind.

Aber angesichts der seit 18 Monaten unaufhörlich steigenden Arbeitslosigkeit (3,1 Millionen Franzosen waren zuletzt ohne Job), der ungelösten Haushaltsprobleme und der offensichtlichen Reformunfähigkeit erwarten wir, dass die erst jüngst von Moody´s von einer „Grande“ auf eine „Petit“ zurechtgestutzte Nation bereits 2013 - wie aktuell schon Holland - in Not kommen wird, womit dann aber auch der Druck im Eurokrisen-Kessel neue kritische Stände erreichen dürfte. Spätestens dann wird auch Frankreichs Handelspartner Nr. 1 - Deutschland - die Folgen der Exportabhängigkeit zu spüren bekommen, so dass sich nach unserer Einschätzung sämtliche heute verbreiteten Konjunkturprognosen kaum von den - äußerst revisionsanfälligen - Wachstumsprognosen der „Troika“ für Griechenland unterscheiden lassen werden!

Wann darf Griechenland pleite gehen?

Wie pleite muss ein Land eigentlich sein, um endlich pleitegehen zu dürfen? Obwohl der unabhängig vom Hin- und Herschieben „auf der Zeitachse“ (Wolfgang Schäuble) spätestens im Mai 2010 faktisch eingetretene Konkurs des Landes inzwischen bereits von den Brüsseler Spatzen von den Dächern gepfiffen wird, präsentierte die „zu tun, was sie auf sich genommen hat“-Rettungsgemeinde gerade die x-te Variante, die Pleite Griechenlands gemäß den Berechnungen des Ifo-Chefs Professor Hans-Werner Sinn von bislang 380 Milliarden Euro auf dann 490 Milliarden Euro zu verteuern!

Damit aber das illusionäre Versprechen der Politik, dass das Retten mit Garantien und Buchhaltungstricks - jedenfalls vor der Bundestagswahl - nichts kosten wird, aufrechterhalten werden kann, übernehmen die „Retter“ den früheren Part der Griechen nunmehr höchstpersönlich, indem sie die Tragödie mittels völlig unrealistischer Haushalts- und Wachstumsprognosen immer wieder auf den neuesten Stand der Lüge bringen.

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