Gbureks Geld-Geklimper: Der Euro bleibt, die Fiskalunion kommt

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Der Euro bleibt, die Fiskalunion kommt

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Wird die derzeit von Politikern und Zentralbankern totgeschwiegene Fiskalunion nach der Bundestagswahl Gestalt annehmen?

Kolumne von Manfred Gburek

Deutschland wird für die anderen Euroländer zahlen, die Europäische Zentralbank fungiert bereits als verlängerter Arm der Politik. Nach der Bundestagswahl bekommen Anleger die Rechnung serviert.

In diesen Tagen kann leicht der Eindruck entstehen, Zypern sei der Nabel der Welt, zumindest der Geld-Welt. Da fürchten deutsche Sparer um die Sicherheit ihrer Konten, bloß weil zyprische Banken geschlossen sind. Schwarzgeld-Russen versuchen ihr Geld schnell in Sicherheit zu bringen. Sogar Kreml-Chef Wladimir Putin mischt sich in die Angelegenheiten der Eurozone ein. Und wer weiß, vielleicht nutzt er mithilfe einiger Milliarden aus der Kasse eines russischen Energiekonzerns die Gelegenheit, Zypern zu retten und so sein Russland mittelbar zum Euro-Ehrenmitglied zu machen.

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Natürlich ist Zypern nicht der Nabel der Welt, und wie auch immer die derzeitige Posse um das Schwarzgeldparadies im östlichen Mittelmeer ausgeht, der Euro wird weiter bestehen, egal ob mit oder ohne Zypern. Friedrich Heinemann, Professor beim ZEW Mannheim, nennt das, was sich da gerade abspielt, "game of chicken", sinngemäß etwa Feiglingsspiel: Zwei Autofahrer rasen aufeinander zu, und welcher dem anderen zuerst ausweicht, ist der Feigling. Mit dem einen ist Zypern symbolisiert, vergleichbar einem Smart, mit dem anderen die Europäische Zentralbank, wahlweise auch die ganze Eurozone, vergleichbar einem gepanzerten S-Mercedes. Der kleine Inselstaat hat die Wahl: Entweder ausweichen oder eine Karambolage riskieren. Für welche Alternative er sich entscheidet, liegt auf der Hand.

Angst ums Geld Wer schützt Europas Sparer?

Zypern bedient sich auf Druck der Euro-Gruppe bei seinen Sparern. Wie reagieren die Bürger? Wie können deutsche Sparer ihr Erspartes retten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Quelle: dpa

Die EZB tut alles, um den Euro zu erhalten

Aber warum dann die ganze Aufregung? Zum einen, weil das Rettungspaket der Euro-Finanzminister für Zypern so stümperhaft geschnürt war, dass das zyprische Parlament es praktisch ablehnen musste. Zum anderen, weil neben Zypern auch andere Euroländer rund ums Mittelmeer ein paar Bankfeiertage mitsamt gesperrten Geldautomaten einlegen könnten und dadurch eine allgemeine Krise des Vertrauens in den Euro auslösen würden. Eine solche Krise gilt es um nahezu jeden Preis zu verhindern. Konsequenterweise hat Kanzlerin Angela Merkel denn auch die Garantie für die Ersparnisse der Deutschen vom Oktober 2008 zuletzt wiederholt.

Also entspannt zurücklehnen, weil alles halb so schlimm zu sein scheint? Schön wär's, ist es aber nicht, besonders nicht für Deutschland. Erinnern wir uns an den 26. Juli 2012, ein wichtiges  wirtschaftshistorisches Datum, bekannt unter dem Begriff "whatever it takes". Erst die beiden Sätze dazu, damals ausgesprochen von EZB-Chef Mario Draghi aus Anlass der Global Investment Conference in London, offenbaren die ganze Brisanz: "Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the Euro. And believe me, it will be enough." Das heißt, die EZB wird alles unternehmen, damit der Euro erhalten bleibt.

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