Gbureks Geld-Geklimper: Eine gefährliche Hängepartie

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Eine gefährliche Hängepartie

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Nach einer repräsentativen Umfrage des Insa-Instituts sind über 80 Prozent der Deutschen überzeugt, dass die Eurokrise noch nicht beendet ist.

Kolumne von Manfred Gburek

Banker haben zunehmend ihre helle Freude an Geschäften mit scheinbar sicheren Anleihen. Ein gefährliches Spiel, denn es droht in einem Crash zu enden. Anleger sollten mit Cash und Gold vorsorgen.

Bis zu 33 Prozent Rendite mit griechischen Staatsanleihen, wenn das kein Traumergebnis ist! Nicht auf dem Papier, sondern in der Realität, erzielt im ersten Quartal dieses Jahres. Zugegeben, der Renditebegriff schließt in diesem Fall hohe Kursgewinne ein. Doch wie auch immer man den Hellenen-Cocktail schüttelt und rührt, besonders für Banker ist und bleibt er äußert bekömmlich. Denn die konnten nahezu risikolos eine Art Zinsdifferenzgeschäft abschließen: 4,75 Prozent Kupon, finanziert mit Geld, das zum Zinssatz von 0,5 Prozent bei der EZB zu leihen war. Wenn das so weiter geht, sind irgendwann einmal alle angeschlagenen Banken saniert.

Zunächst geht es tatsächlich weiter, denn in dieser Woche ist Portugal mit der nächsten Staatsanleihe an der Reihe. Und wieder können die Banker damit rechnen, dass das Eurosystem mit der EZB an der Spitze einspringen würde, falls jemand wagen sollte, an der Bonität – in diesem Fall an der von Portugal - ernsthaft zu zweifeln. Doch wenn schon dank EZB keine Zweifel an der Bonität Griechenlands aufkommen, warum sollten sie dann beim nicht ganz so schlimm verschuldeten Portugal geweckt werden? Oder Spanien? Oder Italien? Das Spiel mit Zinsdifferenzen kann jedenfalls noch eine ganze Weile so weiter gehen.

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Deutschland wird wieder für andere zahlen müssen

Wie lange die Weile anhalten wird, bleibt zwar offen, aber unter welchen Umständen das Spiel ein Ende zu nehmen droht, ergibt sich aus der Natur des Zinsdifferenzgeschäfts: Wenn die höheren Anleihezinsen den niedrigeren Kreditzinsen bedenklich nahe rücken. Das Spiel mit Anleihen überschuldeter Staaten kann so wie bisher weiter gehen, es kann jedoch auch von heute auf morgen beendet werden. Niemand ist in der Lage, zu garantieren, dass es bei der ersten von diesen beiden Alternativen bleibt. Auch die EZB nicht, denn sie wird sich im Fall einer Panik an den Kapitalmärkten auf ihr Instrumentarium beschränken müssen. Das Aktivieren einer Insolvenzordnung für den Euroraum gehört zunächst nicht dazu, weil es die noch nicht gibt - eine gefährliche Hängepartie.

Steigende Schulden im Euroraum Griechenlands Defizit auf Rekordhöhe

Griechenlands Defizit steigt und steigt. Rund 23 Milliarden Euro neue Schulden machte das Land 2013. Der Schuldenstand in der gesamten Eurozone stieg im vergangenen Jahr – nur die Neuverschuldung sinkt.

Eine griechische und eine europäische Flagge wehen vor dunklen Regenwolken in Athen. Die Eurostat-Zahlen sind alles andere als rosig. Quelle: dpa

Nach einer repräsentativen Umfrage des Insa-Instituts im Auftrag der Bild-Zeitung sind über 80 Prozent der Deutschen überzeugt, dass die Eurokrise noch nicht beendet ist. Da muss man den Deutschen wahrlich bescheinigen, dass sie einen guten Riecher haben – und nicht etwa, dass sie wieder einmal der im Ausland oft belächelten deutschen Angst frönen.

Wie berechtigt ihre Skepsis ist, zeigt das folgende Beispiel: Obwohl Griechenland erst vor zwei Jahren einen Schuldenschnitt zu Lasten der Gläubiger vorgenommen hat, ist es in Relation zur Wirtschaftsleistung schon wieder höher verschuldet als vor dieser drastischen Maßnahme. Und das, ohne dass die drückenden Zinsen bei der Höhe der Schulden berücksichtigt sind. Für Schulden und Zinsen wird letzten Endes Deutschland aufkommen müssen, weil im Euroraum ein Länderfinanzausgleich ähnlich dem deutschen zwischen Bund und Bundesländern gilt.

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