Geldanlage: Wie Sie an die EZB-Milliarden kommen

Geldanlage: Wie Sie an die EZB-Milliarden kommen

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Zu so günstigen Konditionen gibt es selten Geld. Höchste Zeit eine Bank zu gründen. Doch wie macht man das eigentlich?

von Annina Reimann

Die Europäische Notenbank verleiht Bares zu Traumkonditionen, zuletzt für drei Jahre zu einem Prozent Zinsen. Die Milliarden hole ich mir – und gründe eine Bank. Aber wie geht das?

Als hätte er’s geahnt: Was, fragt Bertolt Brecht, ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Die Europäische Zentralbank (EZB) macht’s möglich: Man leiht sich für drei Jahre ein paar Milliarden zu einem Prozent Zins und legt das Geld zu sicheren drei Prozent an – macht pro Milliarde 20 Millionen Gewinn im Jahr. Klingt nach einem todsicheren Geschäft. Ich will vorbereitet sein, wenn die EZB das nächste Mal Bares verschenkt. Dann mal los: Ich gründe eine Bank. Bloß wie?

Infografik Die Geldschwemme der EZB

Wie die Europäische Zentralbank mehr als eine Billion Euro in den Kapitalmarkt pumpt, wer das Geld bekommt, wer profitiert und welche Märkte es beeinflusst.

Infografik: Die Geldschwemme der EZB

Banklizenzen vergibt die Finanzaufsicht BaFin. Anruf beim Verbrauchertelefon. Eine Dame erklärt, dass ich auf der Internet-Seite der BaFin das „Merkblatt über die Erteilung einer Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften“ herunterladen und später den Antrag unter poststelle@bafin.de schriftlich einreichen könne. „Interne Ansprechpartner bekommen Sie erst, wenn Sie Ihre Lizenz haben.“ Habe ich aber nicht. Und bevor
ich meinen Antrag stellen kann, brauche ich Beratung.

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Fünf Millionen und zwei Mann

Nächster Versuch: Bankenverband. Die Zentrale verbindet zur Einlagensicherung. Ich wolle mir Geld bei der EZB leihen und bräuchte schnell eine Lizenz. Der charmante Herr am anderen Ende der Leitung weiß Rat: „Kaufen Sie sich ein Buch“, sagt er. Ein Buch? Ja, das Kreditwesengesetz. Da stehe alles drin. Bis
ich mit dem Schinken durch bin, verpasse ich den nächsten EZB-Geldsegen.

Kann er nicht mehr verraten? Er kann: Man brauche mindestens fünf Millionen Euro Eigenkapital und zwei Geschäftsführer mit Vorstandserfahrung im Bankgeschäft. Sie dürften nicht vorbestraft sein und müssten wissen, wie man Kredite genehmigt und Personal führt. Wer die falschen aussucht, riskiert eine Schlappe, wie neulich die Deutsche Bank, deren Kandidat für den Risikovorstand bei der BaFin durchfiel.

Die fünf Millionen würde ich auftreiben, sage ich, und Banker gebe es in Frankfurt doch genug.

So weit, so einfach. Was noch? „Ich überlege gerade, wie ich Ihnen das ausreden kann“, sagt der Mann. Will der mein Geschäftsmodell madig machen? „Nun“, erklärt er, „was ist, wenn Ihre Anlagen an Wert
verlieren?“ Dann solle mich der Staat retten, sage ich. „Sie sind aber nicht systemrelevant. Und außerdem kann man nicht beliebig Euro leihen.“ Wie jetzt? Na, die Zentralbank wolle Sicherheiten für Kredite haben.

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