
Ganz Europa mag nicht mehr in Anleihen des So-gut-wie-pleite-Landes Griechenland investieren. Ganz Europa? Nein! Ein Häuflein Unentwegter gibt freimütig Kaufaufträge an die Börsen, ordert mal für 400, mal für 40.000 Euro Athener Papiere, vor allem solche, die nur noch wenige Monate Restlaufzeit haben. Alles auf Blau-Weiß also. Spinnen diese Investoren? Oder ist es nüchternes Kalkül, die Aussicht auf dreistelligen Gewinn, die ein Griechenzock im besten Fall bringt?
Dass nicht nur vermeintliche Irre Griechenpapiere ordern, zeigt das Beispiel eines Chefstrategen einer großen Versicherung. Für seine Kunden hat er Griechen-Anleihen längst entsorgt, „privat“ jedoch „halte ich an den Papieren fest“, sagt er, möchte seinen Namen aber nicht genannt wissen. Schließlich könnte der Spott groß sein, wenn die Sache im Privatdepot schiefläuft.
Quelle: dpaFederal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.
Quelle: REUTERSBank of England
230 Milliarden Euro gab Mervyn King, Chef der Bank of England, bisher für den Kauf von Wertpapieren aus. Die Notenbank holte sich sowohl Staats- und Unternehmensanleihen als auch Geldmarktpapiere ins Portfolio. Kritik gab es kaum, obwohl die Inflation im Vereinigten Königreich bei 5,0 Prozent liegt. Die Notenbank hatte wegen der sich eintrübenden Wachstumsaussichten einen Zinssenkungszyklus gestartet, diesen wegen des zunehmenden Preisdrucks aber unterbrochen. Der Leitzins steht gegenwärtig bei 0,5 Prozent.
Quelle: REUTERSBank of Japan
Vor zehn Jahren hat Nippons Notenbank die Quantitative Lockerung erfunden. Unter dem Eindruck einer tiefen Krise versuchte sie als erste Notenbank bei einem Zinssatz nahe null durch Anleihekäufe die Wirtschaft zusätzlich zu stimulieren. Inzwischen hat sie weitere Programme nachgelegt. Derzeit flutet sie regulär jährlich die japanische Volkswirtschaft mit 194 Milliarden Euro durch den Kauf von Staatsanleihen. Zusätzlich hat sie ein weiteres Programm zuletzt von 450 auf 495 Milliarden Euro erhöht. Inflationsrisiken gibt es in Japan keine.
Quelle: dpaSchweizer Notenbank
Auf 1,20 Franken zum Euro wollen die Eidgenossen seit September dieses Jahres den Wechselkurs ihrer Währung stabilisieren und kündigten an, dies mit aller Konsequenz durchzusetzen. Sie sind dafür bereit, uneingeschränkt Devisen zu kaufen. Ohne die Stützungskäufe würde der Franken aufwerten und die Wirtschaft in die Rezession treiben. Grundsätzlich ist die Feuerkraft einer Notenbank unbegrenzt. Dennoch bezweifeln Ökonomen, ob es der Schweiz bei einer weiteren Eskalation der Euro-Krise gelingt, den Wechselkurs wirksam zu verteidigen.
Federal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.
127 Prozent vor Steuern
Anlegern, die sich in den stark gehandelten Griechenland-Anleihen mit Fälligkeit März und Mai 2012 engagieren (siehe Charts auf der linken Seite), winken im theoretisch besten Fall rund 130 (März) oder 160 Prozent (Mai) Gewinn. Wer etwa die im März fällige Anleihe zu aktuellen Kursen von 43 Prozent kauft, muss nur 4300 Euro bezahlen, um in knapp vier Monaten einen Anspruch auf 10.000 Euro Rückzahlung zu haben.
Dazu kommen beim Kauf noch einmal rund 300 Euro Stückzinsen; diese erhält der Investor bei Fälligkeit zurück. Sie sind in den am 20. März dann fälligen Zinsen von insgesamt 430 Euro (4,3 Prozent auf 10.000 Euro) mit drin. Macht also eine Investition von 4600 Euro, die Rückzahlung liegt bei 10 430 Euro – ein Zuwachs von 127 Prozent vor Steuern.













