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Geldanlage: Zockerei mit Griechenland-Anleihen

von Christof Schürmann

Der große Zock auf Athenpapiere ist im vollen Gange. Der kann gut gehen, muss er aber nicht.

Ein Demonstrant mit griechischer Flagge Quelle: Picture Alliance/DPA
Lieber mit wehenden Fahnen untergehen: Athens Anleihen schmecken Spekulanten Quelle: Picture Alliance/DPA

Ganz Europa mag nicht mehr in Anleihen des So-gut-wie-pleite-Landes Griechenland investieren. Ganz Europa? Nein! Ein Häuflein Unentwegter gibt freimütig Kaufaufträge an die Börsen, ordert mal für 400, mal für 40.000 Euro Athener Papiere, vor allem solche, die nur noch wenige Monate Restlaufzeit haben. Alles auf Blau-Weiß also. Spinnen diese Investoren? Oder ist es nüchternes Kalkül, die Aussicht auf dreistelligen Gewinn, die ein Griechenzock im besten Fall bringt?

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Dass nicht nur vermeintliche Irre Griechenpapiere ordern, zeigt das Beispiel eines Chefstrategen einer großen Versicherung. Für seine Kunden hat er Griechen-Anleihen längst entsorgt, „privat“ jedoch „halte ich an den Papieren fest“, sagt er, möchte seinen Namen aber nicht genannt wissen. Schließlich könnte der Spott groß sein, wenn die Sache im Privatdepot schiefläuft.

Federal Reserve
Fed-Chef Ben Bernanke begann im November 2008 mit der Quantitativen Lockerung. Sein erstes Kaufprogramm von Anleihen beeindruckte die Märkte. Es hatte ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar. Im November 2010 folgte dann ein zweites Programm, das mit 600 Milliarden Dollar deutlich kleiner ausfiel. Die Bilanz der Fed ist durch die bisherigen Ankäufe von 800 Milliarden Dollar auf 2,8 Billionen Dollar gewachsen. Kritik kam lediglich von rechts außen. Viele Ökonomen fordern nun bereits ein drittes Anleihekaufprogramm.

Quelle: dpa

127 Prozent vor Steuern

Anlegern, die sich in den stark gehandelten Griechenland-Anleihen mit Fälligkeit März und Mai 2012 engagieren (siehe Charts auf der linken Seite), winken im theoretisch besten Fall rund 130 (März) oder 160 Prozent (Mai) Gewinn. Wer etwa die im März fällige Anleihe zu aktuellen Kursen von 43 Prozent kauft, muss nur 4300 Euro bezahlen, um in knapp vier Monaten einen Anspruch auf 10.000 Euro Rückzahlung zu haben.

Dazu kommen beim Kauf noch einmal rund 300 Euro Stückzinsen; diese erhält der Investor bei Fälligkeit zurück. Sie sind in den am 20. März dann fälligen Zinsen von insgesamt 430 Euro (4,3 Prozent auf 10.000 Euro) mit drin. Macht also eine Investition von 4600 Euro, die Rückzahlung liegt bei 10 430 Euro – ein Zuwachs von 127 Prozent vor Steuern.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.11.2011, 20:44 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Den Kern des Themas hat der Autor nicht erfaßt. Es gibt keinen "großen" Markt für die angesprochenen Griechenland-Anleihen. Lediglich Privatanleger handeln diese Papiere untereinander z.B. an der Wertpapierbörse Stuttgart. Es gibt mehrere Überlegungen hierzu. Die Mai-Papiere z.B. notierten am 29.11.11 zwischen 38 und 40 Euro. Da ein 50%-Schuldenschnitt vorgesehen ist, wären das immer noch ca. 30% Rendite. Nachdem die 8 Mrd. Tranche an Griechenland jetzt ausgezahlt wird, gehe ich davon aus, daß die Papiere zumindest auf 50 Euro je Anteil springen. Spannender noch ist die Frage, was bei Fälligkeit passiert. Der Schuldenschnitt ist nur zwischen den Euro-Staaten und den großen Finanzinstituten vereinbart worden. Die Privatanleger blieben außen vor. Niemand kann sie zwingen, einem Schuldenschnitt ex post zuzustimmen. Schließlich wurden sie ja auch nicht gefragt. Eine zwangsweise Kürzung der Zahlung kann nicht erzwungen werden, will man nicht ein offizielles "Default" riskieren, mit allen Folgen für europäische Staatsanleihen. Bereits jetzt sieht man, was der Schuldenschnitt bei griechischen Anleihen bewirkt hat. Hätte man die Griechenland-Anleihen garantiert, wäre es wahrscheinlich zu keinem Überspringen auf andere Euro-Länder gekommen. Jetzt ist die Verunsicherung für die gesamten Euro-Raum extrem groß. Privatanleger spekulieren jetzt genau auf diese Entwicklung: Es könnte sein, daß Großinstitute Verluste hinnehmen müssen, Privatanleger aber fein rauskommen. Erinnern wir uns: Bundeskanzlerin Merkel hat vor über einem Jahr versprochen, daß alle Griechenland-Anleihen bis 2013 "sicher" sind. Die Privatanleger warten auf die Exekution!

  • 29.11.2011, 15:26 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Im Dezember pleite ?
    Die Griechen sind schon lange pleite!
    Alle griechischen Millionäre und Milliardäre sollten enteignet werden.
    Auflösung der Eurozone, zurück zu den nationalen Währungen, sonst
    ist die gesamte EU gefährdert.
    Es geht nicht anders: die Polit- und Bangkster müssen in ihre Schranken verwiesen werden.

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