Geldpolitik: Bernanke will Niedrigzins-Politik fortsetzen

Geldpolitik: Bernanke will Niedrigzins-Politik fortsetzen

, aktualisiert 11. Juli 2013, 00:38 Uhr
Bild vergrößern

Fed-Chef Ben Bernanke: Das Tempo der Notenbank bleibt offenbar weiter hoch.

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Notenbank will ihre Geldpolitik erst wieder straffen, wenn sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert. Einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sind anderer Meinung als Fed-Chef Ben Bernanke.

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke will auch in naher Zukunft an der Niedrigzinspolitik festhalten. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der niedrigen Inflation sei die amerikanische Wirtschaft weiter auf günstiges Geld angewiesen, sagte Bernanke am Mittwoch. Zudem werde die Wirtschaft von höheren Steuern und den Kürzungen der öffentlichen Ausgaben gebremst. Derzeit liegt der US-Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent.

„Sehr expansive Geldpolitik für absehbare Zeit ist, was die US-Wirtschaft braucht“, sagte er am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Cambrigde (US-Staat Massachusetts), wie die Fachagentur Bloomberg berichtete. Er erwarte, dass die Inflation sich wieder der Rate von zwei Prozent annähere, die von der Fed als Ziel ausgegeben wurde.

Anzeige

Immobilien Raus aus dem teuren Kredit

Viele Immobilieneigentümer ärgern sich darüber, deutlich mehr als die aktuellen Zinsen zu zahlen. Wie die Flucht aus dem teuren Kredit gelingt.

Aufmacher Immobilienkredite Quelle: dpa/Montage

Bernanke betonte zudem, die Fed werde die Zinsen nicht automatisch anheben, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken sei. Eine Anhebung könne auch erst einige Zeit danach kommen, erklärte er.

Die US-Zentralbank ist allerdings uneins, wann die Politik des billigen Geldes zurückgefahren werden soll. Mehrere Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stehen hinter ihrem Chef und wollen erst weitere Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt sehen, bevor sie die milliardenschweren Anleihekäufe reduzieren. Dagegen zielen andere Mitglieder des Ausschusses auf einen baldigen Kurswechsel. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (minutes) der Fed-Sitzung vom 18./19. Juni hervor.

Wie Eigentümer aus Altkrediten wieder aussteigen können

  • Teure Altlast - günstiger Neukredit

    Geduldige Kreditsuchende waren in den vergangenen Jahren fein raus – je länger sie warteten, desto günstiger wurde ihr Kredit. Allenfalls die steigenden Immobilienpreise vermiesten ihnen die Laune. Wer seinen Kredit schon aufgenommen hatte, musste sich hingegen ärgern: Mit jeder Woche wurde aus dem vermeintlichen Zinsschnäppchen plötzlich eine teure Altlast – zumindest im Vergleich zu Neukrediten.

    Das muss nicht sein. In einigen Fällen können Kunden von teuren Altverträgen auf günstige Neukredite umsatteln:

  • Gesetzliches Wechselrecht

    Läuft ein Kredit besonders lang, können Kunden laut Gesetz nach zehn Jahren mit Sechs-Monats-Frist kündigen. Mehr als 10,5 Jahre sind sie also nie gebunden.

  • Juristischer Trick

    Viele Banken haben ihre Kunden nicht korrekt auf ihr Widerrufsrecht hingewiesen. Oft bleibt unklar, wann die zweiwöchige Widerrufsfrist startet. In der Folge beginnt sie gar nicht: „Kunden kommen gegebenenfalls auch nach Jahren noch aus dem Vertrag heraus“, sagt Mathias Corzelius, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Kanzlei Göddecke. Ist eine falsche Frist angegeben oder soll die Frist „frühestens mit Erhalt dieser Belehrung“ beginnen, ist das rechtlich nicht haltbar (Bundesgerichtshof, III ZR 83/11). Die Bank wird sich aber selbst dann erst einmal darauf berufen, dass der Kunde sein Widerrufsrecht mittlerweile verwirkt habe.

  • Teure Flucht

    Hat der Kunde einen wichtigen Grund (wie den Verkauf der Immobilie), kann er aus dem Vertrag raus. Er muss die Bank jedoch für den entgangenen Gewinn entschädigen (Vorfälligkeitsentschädigung). Die Berechnung dieser Entschädigung sollte ein Experte überprüfen – viele Banken tricksen zum Nachteil der Kunden.

Die Frage, wann die Anleihekäufen von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar gedrosselt werden sollen, versetzt die Finanzmärkte seit Wochen in Aufregung.

Erst Ende Juni hatte Fed-Chef Ben Bernanke vage Andeutungen gemacht - und die Börsen hatten mit einer spontanen Talfahrt reagiert. Erst kürzlich gab es Andeutungen, dass ein Herunterfahren beginnen könne, sobald die Arbeitslosenrate in den USA auf sieben Prozent sinke. Das könnte bereits im September soweit sein. Die meisten Fachleute rechnen damit erst 2015.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%