Geldpolitik: Das monetäre System ist pure Fiktion

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Geldpolitik: Das monetäre System ist pure Fiktion

von Frank Doll

Die Notenbanken der Industrieländer riskieren den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems. Ihnen geht es nicht um die Bürger - sondern um die Alimentierung strauchelnder Banken und Regierungen.

Die Notenbanken der Industrieländer stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer Politik. Trotz aller geldpolitischen Tabubrüche und Experimente bleibt die wirtschaftliche Erholung weit hinter den Erwartungen zurück. Besonders enttäuschend fällt die konjunkturelle Entwicklung in den USA aus. Dort schrumpfte die Wirtschaft im ersten Quartal 2014, aufs Jahr hochgerechnet gar um ein Prozent.

Es war der erste Quartalsrückgang seit dem ersten Quartal 2011. Ohne die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama (Obamacare) und deren etwa 40 Milliarden Dollar starken Ausgabenschub im Gesundheitswesen wäre das Minus noch größer ausgefallen.

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Am Wendepunkt

Noch wird die US-Konjunktur von den in den USA so wichtigen Konsumausgaben gestützt. Doch mit Blick auf den Rückgang der Sparquote im März von 4,2 auf 3,8 Prozent dürfte das nicht mehr allzu lange so bleiben. Zumal die Konsumentenkredite im März mit 3140 Milliarden Dollar ein Rekordvolumen erreichten. Am schneereichen Winter allein kann es also nicht gelegen haben.

Zum Jahresauftaktquartal berichteten die großen Einzelhandelsketten erstmals flächendeckend von rückläufigen Gewinnen. Die zuvor schon heruntergeschraubten Gewinnerwartungen wurden um 3,2 Prozent unterschritten. Es war die größte negative Gewinnüberraschung im US-Einzelhandel seit dem Schlussquartal 2000. Kurze Zeit später schlingerte die US-Wirtschaft in die Rezession. Die jüngsten Gewinnenttäuschungen im US-Einzelhandel könnten somit erneut einen Wendepunkt für die US-Konjunktur bedeuten. 

Währungen Quelle: dpa

Trotz Niedrigzinspolitik der Notenbanken bleibt die wirtschaftliche Entwicklung hinter den Erwartungen zurück.

Bild: dpa

Die Erholung am US-Immobilienmarkt ist schon in einen zyklischen Abschwung übergegangen. Die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sind auf ein Dreijahrestief gefallen. Die Nachfrage nach neuen Hypothekenverträgen ist gar auf dem Niveau von 1978 angekommen.

Gut die Hälfte der US-Haushalte kann sich Wohnraum nur noch leisten, indem andere Ausgaben gekürzt werden, wie aus einer Umfrage der MacArthur Foundation hervorging. Die Zahlungsrückstände bei der Bedienung von Hypothekenverträgen zogen im März erstmals seit Langem wieder an.

Dieser Trend sollte sich weiter verstärken. Zwei Millionen bereits angepassten Hypothekenverträgen droht eine Zinserhöhung. Etwa 40 Prozent dieser Hypotheken stehen unter Wasser, weil die Kreditsumme den Immobilienwert übersteigt.  

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