Geplantes Referendum: Griechen schocken die Welt

Geplantes Referendum: Griechen schocken die Welt

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Papandreous Referendum könnte eine zweite Finanzkrise hervorrufen

von Christian Ramthun

Die griechische Tragödie nimmt kein Ende. Papandreous Ankündigung einer Volksabstimmung stürzt Europa in neue Turbulenzen und hat den deutschen Aktienindex Dax seit gestern um fast acht Prozent nach unten rauschen lassen.

Auch am Tag danach herrscht in Europa tiefe Verunsicherung. Am Montag hatte der griechische Premierminister überraschend mitgeteilt, dass die Griechen über ihren Sanierungskurs abstimmen sollen. Da Ablehnung wahrscheinlicher ist als Zustimmung, sind die Ergebnisse des Euro-Rettungsgipfels aus der vorigen Woche bereits fraglich. Europa reagiert ratlos. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy verabredeten sich für Dienstagmittag zum Krisentelefonat.

Was will Papandreou? Will er sein Amt als Premierminister retten, indem er sein Volk abstimmen lässt und sich dann an die Spitze der – welcher? – Bewegung setzt? Oder will der Grieche das beschlossene Rettungs- und Sanierungspaket noch einmal nachverhandeln? Die Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten zeigen, dass Griechenland die Welt in eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise stürzen könnte. Aber ein Lehman II würde die Welt diesmal noch härter treffen, da sich viele Staaten nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers hoch verschuldet haben. Neue Konjunkturprogramme sind diesmal nur noch im Miniformat möglich. Diese schwierige Lage könnte Papandreou ausnutzen und mit seiner Ankündigung eines Volksreferendums noch mehr Hilfen und weniger harte Sparmaßnahmen zu erzwingen versuchen.

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G-20 Gipfel wird zum Griechenland-Gipfel

Kritiker Frank Schäffler (FDP) nimmt den Vorstoß Papandreous nun seinerseits zum Anlass, erneut den Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone zu fordern. Das aber wollen die Regierungschefs auf jeden Fall verhindern, da ihnen die Risiken unkalkulierbar erscheinen.

Auf dem G-20-Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen, der am Donnerstag im südfranzösischen Cannes beginnt, dürften Griechenland und der Euro unerwartet wieder zum Top-Thema avancieren. Eigentlich wollten sich die Staats- und Regierungschefs dort mit Fragen der Finanzmarktregulierung, der Währungsungleichgewichte und vor allem der schwachen Weltkonjunktur beschäftigen. Griechenland macht es der Welt nicht einfach.

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