Gesamteuropäische Fiskalpolitik notwendig: Warum die D-Mark doch noch nicht tot ist

ThemaEuro Spezial

Gesamteuropäische Fiskalpolitik notwendig: Warum die D-Mark doch noch nicht tot ist

Durch Sparen kommt der Euro-Raum nicht aus der Krise. Notwendig ist vielmehr der Durchbruch zu einer gesamteuropäischen Fiskalpolitik. Gelingt dies nicht, ist die Rückkehr zu nationalen Währungen eine denkbare Option.

Der Euro-Raum befindet sich derzeit in einem Zustand trügerischer Ruhe. Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen anzukaufen, hat die Märkte zwar zunächst stabilisiert und die Gefahr eines Auseinanderbrechens des Euro vorerst gebannt. An den tiefer liegenden Problemen hat dies jedoch wenig geändert. Nach wie vor ist zu befürchten, dass der Währungsraum noch tiefer in die Rezession abgleitet und diese auch Kernländer wie Deutschland und Frankreich erfasst.

Natürlich gibt es auch Lichtblicke. Die Leistungsbilanzdefizite konnten in allen Problemländern deutlich zurückgeführt werden, wobei dies teilweise nicht nur auf konjunkturbedingt schrumpfende Importe, sondern auch auf steigende Exporte zurückzuführen ist. Aber die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bringt nur dann dauerhaft Erfolg, wenn der Euro-Raum insgesamt wieder auf einen Wachstumspfad zurückfindet.

Anzeige
WirtschaftsWoche Online Euro Spezial

Prozyklische Politik führt tiefer in die Rezession

Nach allen Regeln der Ökonomie wird dies nicht gelingen, wenn die Mitgliedsländer am vorgesehenen Sparkurs festhalten. Obwohl sich der Euro-Raum schon jetzt in einer Rezession befindet, ist für 2013 eine Rückführung des konjunkturbereinigten Defizits um knapp einen Prozentpunkt geplant. Eine solche prozyklische Politik führt immer tiefer in die Rezession und lässt die mit 11,7 Prozent schon hohe Arbeitslosenrate weiter steigen. Die Lage der Banken wird sich damit ebenso verschlechtern wie die der öffentlichen Finanzen.

Auch für die Wettbewerbsfähigkeit bedeutet das nichts Gutes: Das Humankapital arbeitsloser Menschen wird entwertet, private und öffentliche Investitionen werden zurückgefahren. Schließlich löst der Versuch einzelner Länder, über Lohnsenkungen wettbewerbsfähiger zu werden, deflationäre Tendenzen aus, die die Verschuldungsprobleme des privaten Sektors noch verschärfen.

Expansive Fiskalpolitik hat den USA geholfen

Dass solche Entwicklungen nicht zwangsläufig sind, zeigt das Beispiel der Vereinigten Staaten. Hier ist es mit einer expansiven Fiskalpolitik gelungen, den fiskalischen Entzug so lange zu strecken, bis sich der Immobilienmarkt wieder stabilisiert hat und es dem Privatsektor gelungen ist, seine durch die Finanzkrise beschädigten Bilanzen zumindest teilweise zu reparieren. In welchem Zustand würden sich die amerikanische Wirtschaft und die Weltwirtschaft befinden, wenn das US-Haushaltsdefizit derzeit nicht bei fast neun Prozent, sondern bei den rund drei Prozent des Euro-Raums liegen würde?

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%