Gewerkschaftsbericht: Krise beutelt Griechenland noch 20 Jahre

Gewerkschaftsbericht: Krise beutelt Griechenland noch 20 Jahre

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist so hoch wie nie. Mit Besserung rechnet das Finanzministerium erst 2014. Derweil diskutiert die EU, den Rettungsschirm auch für die Banken heranzuziehen. Schäuble sträubt sich.

Auf Rekordniveau liegt nach wie vor die Arbeitslosigkeit in Griechenland. Und eine Besserung ist nach Angaben der dortigen Gewerkschaften erst in 20 Jahren in Sicht. So lange müsse gewartet werden, bis die Arbeitslosenquote unter die Zehn-Prozent-Marke fällt, heißt es im Jahresbericht des Arbeitsinstituts des größten Gewerkschaftsverbandes des Privatsektors (INE-GSEE). Aktuell liegt sie laut EU-Statistikbehörde bei 27,6 Prozent.

Außerdem ist dem Bericht zufolge die Kaufkraft der Griechen auf das Niveau von vor 14 Jahren zurückgefallen. Insgesamt hätten die griechischen Arbeitnehmer wegen der harten Sparpolitik des Landes in den vergangenen vier Jahren 41 Milliarden Euro an Einkommen verloren. Auch dieses Jahr wird mit einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaft um gut vier Prozent gerechnet. Das wäre dann das sechste Minus-Jahr in Folge.

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Mit einem ersten Silberstreif am Horizont wird laut Finanzministerium erst 2014 gerechnet. Dann soll die Wirtschaft um 0,1 bis 0,3 Prozent wachsen.

Diskussion um Rettungspaket für Banken

Inwieweit Griechenland auf dem Weg aus der Krise weitere Hilfe benötigen könnte, wird derweil kontrovers diskutiert. Die Bundesregierung sperrt sich gegen Überlegungen in der Euro-Zone, den Euro-Rettungsschirm ESM nachträglich zur Rettung der griechischen Banken heranzuziehen und dadurch den Staatshaushalt zu entlasten.

Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte am Montag nach einer Sitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses: "Die Chancen einer rückwirkenden Bankenrekapitalisierung sehe ich eigentlich nicht als gegeben." Ein solches Hilfsinstrument gebe es bisher auch nicht. Die Opposition warf dem CDU-Politiker erneut vor, die Kosten der Griechenland-Hilfen zu verschleiern.

Im Zuge der Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott hatten die Euro-Länder und der IWF auch 50 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der griechischen Banken bereitgestellt. Würde der Betrag rückwirkend vom ESM übernommen, würde das den Etat unmittelbar entlasten. Zwar hatten sich die Euro-Finanzminister prinzipiell darauf geeinigt, dem ESM künftig direkte Bankenhilfe zu erlauben. Die Verhandlungen darüber ziehen sich aber hin.

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