Giorgos Papakonstantinou: "Wir können deutlich günstiger Solarstrom produzieren"

Giorgos Papakonstantinou: "Wir können deutlich günstiger Solarstrom produzieren"

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Griechenlands Umweltminister Giorgos Papakonstantinou plant Investoren für Solarstrom in zwei Phasen zu gewinnen.

von Henning Krumrey

Der griechische Umweltminister Giorgos Papakonstantinou hofft auf den Export von Solarstrom – nur Investoren fehlen noch.

WirtschaftsWoche: Herr Minister, Sie beraten mit der Bundesregierung Ihre Pläne, aus künftigen griechischen Solarkraftwerken Strom nach Mitteleuropa zu liefern. Haben Sie Zuspruch bekommen?

Papakonstantinou: Die Idee ist vor über einem Jahr in Gesprächen mit Wolfgang Schäuble entstanden, als ich noch sein Kollege als Finanzminister war. Uns war klar: Konsolidierung ist nur die eine Seite, wir müssen auch das Wachstum Griechenlands ankurbeln, indem wir unsere Wettbewerbsvorteile nutzen. Dazu gehört auch die Sonneneinstrahlung, die bei uns rund 50 Prozent höher ist als in Deutschland.

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Warum sollte Deutschland da helfen?

Deutschland hat durch die Kürzung der Förderung gezeigt, dass es Strom aus erneuerbaren Quellen effizienter erzeugen will. Für deutsche Verbraucher wäre griechischer Solarstrom gut, weil wir deutlich günstiger produzieren. Investoren erzielen bei uns höhere Renditen.

Theoretisch klingt das nett – aber ist Ihr Land wirklich dafür reif?

Wir planen zwei Phasen. In der zweiten Phase ab 2017, wenn die Einspeisevergütungen in Mitteleuropa auslaufen, müssen wir zum dann geltenden Strompreis liefern – das klappt aufgrund unserer günstigen Bedingungen. Die Frage ist: Wie schaffen wir den Start, also Phase eins?

Mit staatlichen Garantien täten sich ausländische Unternehmen bestimmt leichter. Hat Schäuble nichts angeboten?

Brüssel will den Ausbau des Übertragungsnetzes mit EU-Mitteln anschieben. Was staatliche Unterstützung bei der Erzeugung angeht, haben wir eine Arbeitsgruppe gegründet mit dem deutschen Umwelt- und Wirtschaftsministerium, der EU-Kommission, der Europäischen Investitionsbank und dem BDI. Ich habe Wolfgang Schäuble gebeten, dort ebenfalls mitzumachen. Wir sprechen auch mit anderen Ländern, aber Deutschland ist der wichtigste Partner dabei.

Können Sie garantieren, dass wir mit deutschem Geld nicht bloß chinesische Solarmodule für Griechenland kaufen?

Man kann im Vorhinein nicht den europäischen Anteil garantieren. Seit China europäische Hersteller aufkauft, ist der lokale Anteil nicht mehr so klar abgrenzbar. Wir dürfen auch die Prinzipien des Freihandels nicht vergessen. Was wir mit deutschen Unternehmen und der Regierung diskutieren, ist: Weil die Rendite der Solarenergie in Griechenland so viel höher sein wird, könnte man es sich durchaus leisten, die etwas teureren Komponenten aus Europa einzusetzen.

Sie fordern Patriotismus statt Profit?

Diese Frage müssen jene Unternehmen entscheiden, die am Ende beteiligt sind. Natürlich, auch wir schauen auf den Return. Aber das Projekt ist groß genug für alle.

Ist Griechenland startklar?

Das Netz reicht für die erste Phase völlig aus. Ein Gesetz für einfachere Genehmigungen bei Schlüsselprojekten verabschieden wir in diesen Wochen. Der Investor muss dann nichts mehr dazu tun, er erhält von uns komplett genehmigtes Gelände, das sich im öffentlichen Besitz befindet. Er kann sofort starten.

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