Griechenland: Alle reden vom Schuldenschnitt – außer Berlin

Griechenland: Alle reden vom Schuldenschnitt – außer Berlin

von Tim Rahmann

In Griechenland steigt die Arbeitslosigkeit weiter. Die Rufe nach einer Aufweichung der Sparpolitik und einem zweiten Schuldenschnitt werden lauter. Nur die Bundesregierung will davon nichts wissen.

 

Immer dann, wenn gerade Hoffnung aufkeimt, kommt die nächste schlechte Nachricht. Am Donnerstag noch freute sich Griechenland über das boomende Geschäft mit dem Tourismus. Immer mehr Gäste (vor allem aus Russland) kämen nach Hellas, freute sich die Regierung. Keine Frage: Jeder Euro, den Touristen in dem Krisenland ausgeben, ist wichtig.

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Doch vermag auch das Urlaubsgeschäft die Not der Griechen nicht zu lindern. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter an – auch im Sommer. Im Mai waren 27,6 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Job, 0,6 Prozent mehr als im Vormonat. Damit ist die Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch wie in der Euro-Zone mit durchschnittlich 12,1 Prozent.

"Die wachsende Beschäftigung im Tourismus kann weder den Strukturwandel in vielen anderen Branchen der Wirtschaft noch die schwache Binnennachfrage kompensieren", sagte Ökonom Nikos Magginas von der National Bank. Die sehr gute Feriensaison könne aber ebenso wie steigende Exporte den Anstieg der Arbeitslosigkeit zumindest dämpfen.

Der Tourismus macht etwa 17 Prozent der Wirtschaftsleistung aus; jeder fünfte Grieche arbeitet in dieser Branche. Sie dürfte ihre Einnahmen 2013 um rund zehn Prozent auf elf Milliarden Euro steigern. Denn es werden 17 Millionen Urlauber erwartet - so viele wie noch nie.

Die Zentralbank des Landes geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote noch bis auf 28 Prozent steigen wird. Erst 2015 soll sie zurückgehen. Gründe für die Misere sind Steuererhöhungen sowie Lohn- und Rentenkürzungen, ohne die die Regierung in Athen kein frisches Kapital von den internationalen Geldgebern bekommen hätte und in die Staatspleite gerutscht wäre.

Nicht nur in Griechenland werden die Stimmen lauter, die ein Ende oder wenigstens ein Aufweichen der Sparpolitik fordern. So hat US-Präsident Barack Obama das Land aufgefordert, Sparpolitik und Wirtschaftswachstum in ein Gleichgewicht zu bringen. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras habe ihm zugestimmt, dass Athen auch Wege verfolgen müsse, um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen, sagte Obama am Donnerstag bei einem Treffen mit Samaras im Weißen Haus.

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