Griechenland-Besuch: Hollande ruft zu mehr Investitionen auf

Griechenland-Besuch: Hollande ruft zu mehr Investitionen auf

Bei seinem Besuch in Athen hat Frankreichs Präsident François Hollande den Reformprozess in Griechenland gelobt. Sein Land wolle die Griechen weiterhin unterstützen. Außerdem sollen französische Unternehmen dort in Zukunft mehr investieren.

Frankreichs Präsident François Hollande hat den Reformprozess in Griechenland begrüßt und versichert, dass Athen weiterhin auf die Unterstützung Frankreichs zählen könne. Zudem sei es wichtig, dass französische Unternehmen in Griechenland investieren. „Deswegen bin ich heute hier“, sagte Hollande am Dienstag nach einem Treffen mit seinem griechischen Kollegen Antonis Samaras in Athen.

Hollande machte jedoch keinen Hehl daraus, dass die Wirtschaftslage in Europa und auch in seinem Land schwierig sei, obwohl die Euro-Währungskrise seiner Ansicht nach vorbei ist. Wenn man in Europa über Solidarität spreche, müsse man auch darüber reden, wie man Wachstum schaffe, sagte Hollande. Griechenland erlebe das sechste Jahr in Folge eine Rezession.

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Zukunftsszenarien für Griechenland

  • Szenario 1: Die Rettungspläne funktionieren

    Die Eurogruppe billigt einen Schuldenschnitt, die Banken erlassen dem Land daraufhin 100 Milliarden Euro. Somit gibt es auch grünes Licht für weitere Hilfen der Eurozone in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) füllt eine Finanzlücke, damit Griechenlands Schuldenstand bis 2020 wie angepeilt sinken kann. Im Gegenzug unterwirft sich Griechenland einer strikten Überwachung der EU und gibt Kompetenzen in der Haushaltspolitik ab. Das Land leidet noch jahrelang unter Einsparungen, innenpolitischer Unruhe und Rückschlägen. Der Weg zu einer Erholung ist lang und mühsam.

  • Szenario 2: Rettung auf Raten

    Die Eurozone will zunächst keine weitere Hilfe zusagen. Problem ist der für 2020 trotz Hilfspaket und Gläubigerverzicht erwartete Schuldenstand von 129 Prozent der Wirtschaftskraft, anstatt der angestrebten 120 Prozent. Der Rettungsplan muss also überdacht werden. Zudem wählen die Griechen im April. Die Euro-Länder wollen das Votum abwarten und mit den dann regierenden Parteien Vereinbarungen über Einsparungen und Reformen treffen, bevor sie weiteres Geld überweisen. Mit restlichen Mitteln aus dem ersten Hilfsprogramm wird ein im März drohender Bankrott vorerst verhindert.

  • Szenario 3: Die Rettung scheitert, Griechenland bleibt aber im Euro

    Nach zwei Jahren Schuldenkrise nimmt die Eurozone einen Kurswechsel vor: Griechenland soll kontrolliert in die Pleite geführt werden, jedoch in der Eurozone bleiben. Nun kommen Milliardenkosten nicht nur auf die privaten Gläubiger, sondern auch auf die EZB zu: Athen ändert per Gesetzesänderung die Haftungsklauseln für seine Staatsanleihen - und erzwingt einen Verzicht. Die EU arbeitet an einem finanziellen und wirtschaftlichen Neustart des Landes, der ebenfalls viel Geld kostet.

  • Szenario 4: Athen geht bankrott und steigt aus dem Euro aus

    Der Rettungsplan scheitert, die Griechen haben zudem Vorschriften und Kontrolle der Euro-Länder satt. Das Land erklärt seinen Bankrott und die Rückkehr zur Drachme. Wirtschaft und Finanzbranche werden über das Land hinaus erschüttert, Firmen und Banken gehen pleite. Die Kaufkraft der Griechen nimmt massiv ab, soziale Unruhen sind die Folge. Mit der Drachme sind griechische Produkte auf dem Weltmarkt zwar billiger, ein positiver Effekt auf die marode Wirtschaft zeigt sich jedoch nur sehr langsam. Die Europäische Union bemüht sich mit Konjunkturprogrammen, den weiteren Absturz des Landes zu mildern.

Samaras sagte - auch mit Blick auf Deutschland: „Die beiden stärksten Partner unterstützen uns.“ Das sei wichtig für Athen: „Europa bedeutet Kooperation.“

Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias warnte bei seinem Treffen mit Hollande, die griechische Gesellschaft könne keine weitere Rezession mehr ertragen. „Wir stehen vor einer sozialen Explosion, wenn wir mehr von diesem Volk fordern“, sagte Papoulias. „Sie haben wirklich die Grenze (des Ertragbaren) erreicht.“

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Hollande fügte hinzu: „Die Anstrengungen waren aber nicht umsonst. Für Griechenland ist es besser, dass das Land im Euroland geblieben ist.“ Der französische Präsident traf anschließend mit Unternehmern der beiden Staaten zusammen. Er wollte noch am Abend wieder aus Athen abreisen.

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