Griechenland: Das Haushaltsloch ist noch viel schlimmer

Griechenland: Das Haushaltsloch ist noch viel schlimmer

Zusätzliche 52 Milliarden Euro fehlen nach einer Analyse des IWF bis 2018 im griechischen Staatshaushalt. Sollten sich die Zahlen weiter verschlechtern, hält auch der IWF einen Schuldenschnitt für unausweichlich.

Griechenland ist noch schlimmer verschuldet als allgemein bekannt. Allein bis September 2016 fehlen Athen 29,3 Milliarden Euro. Das hat der Internationale Währungsfond (IWF) jetzt errechnet. Insgesamt beträgt das Haushaltloch bis zum Herbst 2018 51,9 Milliarden Euro, die bisherigen Hilfsprogramme schon berücksichtigt.

Der tatsächliche Finanzierungsbedarf könnte noch höher liegen, da die IWF-Berechnungen auf Daten von Mitte Juni basieren. Die realwirtschaftlichen Folgen der gescheiterten Verhandlungen in Brüssel haben das griechische Haushaltsloch wohl noch einmal vergrößert. Und es könnte nach Ansicht des Währungsfonds sowieso noch schlimmer werden, wenn die Konjunktur schlechter läuft als erwartet.

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Die IWF-Forscher sind in Sachen Griechenland pessimistischer als noch im Mai. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens erwirtschaftet Griechenland unter Tsipras einen niedrigeren Haushaltsüberschuss als bisher geplant. Zweitens hat die griechische Regierung bekanntlich wichtige Strukturreformen verschoben oder abgelehnt. Drittens sind die Privatisierungserlöse bisher minimal: Statt der im Juni 2011 geplanten 50 Milliarden Euro Staatseinnahmen sind nur 3,2 Milliarden tatsächlich in der Staatskasse gelandet – sechs Prozent der Zielsumme. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es eine tiefsitzenden Widerstand gegenüber der Privatisierung in Griechenland gibt“, heißt es im IWF-Bericht.

Nach Ansicht des IWF hat Griechenland die Chance nicht genutzt, die sich aus dem von 3,3 auf 2,3 Prozent gesunkenen Zinssatz für die Hilfskredite des EFSF ergab, so der IWF. Stattdessen habe die Regierung Tsipras den Reformweg ihrer Vorgänger nicht fortgesetzt. Um trotzdem die Athener Pleite abzuwenden, müssten nun die europäischen Gläubiger nach IWF-Meinung zwei Drittel der Summe, etwa 36 Milliarden Euro, bereitstellen.

Sollten die tatsächlichen Wachstums- und Haushaltszahlen hinter der Prognose zurückbleiben, sieht der Währungsfond keine andere Möglichkeit als einen Schuldenschnitt für Griechenland. Der IWF berechnet, dass dann Verbindlichkeiten in Höhe von 53,1 Milliarden Euro erlassen werden müssen.

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