Griechenland: Erfolgreicher Abschluss der Sparkurskontrollen erwartet

Griechenland: Erfolgreicher Abschluss der Sparkurskontrollen erwartet

Griechenland und die Geldgeber-Troika stehen kurz vor einem erfolgreichen Abschluss der seit Wochen andauernden Sparkurs-Kontrollen. Dies berichteten am Samstag übereinstimmend private und staatliche griechische Radio- und Fernsehsender.

In Athen kam der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras mit seinen Koalitionspartnern zusammen. Die Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) habe die erste Prüfung der Reformbemühungen des Landes seit der letzten Zahlung im Dezember beendet, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Samstag. Die Euro-Finanzminister und der IWF würden über die Ergebnisse im Mai beraten. Erst danach kann das Geld auch fließen. Für Griechenland geht es um die Auszahlung von zwei Kredittranchen in einer Gesamthöhe von 8,8 Milliarden Euro.

So viel zahlt Deutschland für Europa

  • Rettungsfonds EFSM

    Beim Rettungsfonds EFSM stehen 60 Milliarden Euro zu Buche. Der deutsche Anteil beträgt dabei 12 Milliarden Euro.

  • 1. Rettungspaket für Griechenland (IWF und EU)

    Griechenland erhielt durch das erste Rettungspaket 83 Milliarden Euro, 17 Milliarden davon kamen aus Deutschland.

  • Einlagensicherungsfonds (von Experten geschätzt)

    Nach Schätzung der Citigroup müsste der von der EU-Kommission geforderte Einlagensicherungsfonds ein Volumen von 197 Milliarden Euro haben. Der deutsche Anteil läge dann bei 55 Milliarden Euro.

  • EZB-Staatsanleihenkäufe

    Die Europäische Zentralbank hat Staatsanleihen für 212 Milliarden Euro eingekauft. Der Bund ist daran mit 57 Milliarden Euro, also mehr als einem Viertel, beteiligt.

  • IWF-Beitrag zu den Rettungspaketen

    Der Internationale Währungsfonds zahlte 250 Milliarden Euro für die Rettungspakete. Deutschland gab dafür 15 Milliarden.

  • Geplanter ESM

    Der geplante dauerhafte Rettungsschirm, den noch nicht alle Länder ratifiziert haben, soll ein Volumen von 700 Milliarden Euro haben. Deutschland wäre daran mit 190 Milliarden Euro beteiligt.

  • Bürgschaften im Rettungsfonds EFSF

    Der Rettungsfonds bürgt mit 780 Milliarden, Deutschland allein mit 253 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil an den bisher zugesagten EFSF-Mitteln liegt bei 95 Milliarden Euro.

  • Target-Verbindlichkeiten

    Die Target-Verbindlichkeiten liegen innerhalb des EZB-Verrechnungssystem bei 818 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 349 Milliarden Euro.

Beim Treffen der EU-Finanzminister im irischen Dublin spielte das Thema Griechenland nur am Rande eine Rolle. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte am Samstag nach zweitägigen Beratungen der Ressortchefs lediglich, die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Tranche seien noch nicht vollständig erfüllt. Es gebe in Sachen Griechenland keinen neuen Sachstand. Der Chef des Euro-Rettungsschirms, Klaus Regling, hatte am Freitag gesagt, dass Griechenland 2,8 Milliarden Euro erhalte, sollten die geforderten Eckpunkte erreicht sein. Darüber hinaus stehen 7,2 Milliarden Euro aus Anleihen zur Verfügung, um die Banken zu rekapitalisieren.

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Griechenland Vollkasko für die Peripherie

Um einen Staatsbankrott in der Eurozone zu verhindern, muss die Vollhaftung für Schuldenstaaten übernommen werden. Doch die Kosten für die Rettung der Sozialversicherungssysteme hat in Berlin niemand auf der Rechnung.

huGO-BildID: 28937544 ARCHIV: Ein Demonstrant haelt in Athen (Griechenland) eine griechische Fahne und geht damit an einem Graffiti mit der Aufschrift "Die Macht dem Volke" vorbei (Foto vom 07.11.12). Die Finanzminister der Eurozone wollen am Montag (26.11.12) ueber ein neues Rettungspaket fuer Griechenland verhandeln. Die Regierung in Athen benoetigt dringend die naechste Kredittranche in Hoehe von 31,5 Milliarden Euro, um einen moeglichen Staatsbankrott zu verhindern. In der vergangenen Woche waren die Gespraeche zunaechst gescheitert. (zu dapd-Text) Foto: Kostas Tsironis/AP/dapd Quelle: dapd

Wichtigster Knackpunkt bei den Verhandlungen ist der Stellenabbau im öffentlichen Dienst. Samaras schloss Entlassungen im staatlichen Bereich am Samstag nicht aus. Die Verfassung erlaube die Entlassung von Beamten, wenn ihre Planstelle abgeschafft wird, sagte er der Athener Zeitung „Imerisia“. Die Troika aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet, dass bis 2015 150 000 Staatsbedienstete gehen.

Nach einer monatelangen Zitterpartie hatte Griechenland im Dezember wieder einmal eine Staatspleite abgewendet. Im Gegenzug für die Milliardenhilfen sagte das Land weitreichende Reformen zu. Insgesamt hat Griechenland seit dem ersten Rettungsprogramm 2010 bislang 200 Milliarden Euro an Hilfen erhalten.

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