Griechenland: Euro-Zone rüstet sich für den Austritt

Griechenland: Euro-Zone rüstet sich für den Austritt

Wie geht es weiter mit Griechenland? Die Ratingagentur Fitch wertet das Land weiter ab und der Chef der Radikalen Linken, Alexis Tsipras, macht Stimmung gegen den Sparkurs, aber eine erste Umfrage lässt die Sparbefürworter hoffen. Die Euro-Zone macht sich derweil auf das schlimmste gefasst und bereitet vor: den Austritt Griechenlands aus dem Euro.

Angesichts der politischen Wirren in Athen kursieren in der Euro-Zone Planspiele für eine Zukunft ohne Griechenland. Die EU-Kommission und die EZB arbeiten EU-Handelskommissar Karel De Gucht zufolge an entsprechenden Notfall-Szenarien.

„Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben“, sagte De Gucht einem Interview der belgischen Zeitung „De Standaard“ zufolge. Aber nun stellten sich Stäbe der EZB und der EU-Kommission auch darauf ein, „dass es Griechenland nicht schafft“. Erstmals hat damit ein Mitglied der EU-Kommission öffentlich eingeräumt, dass es Notfallpläne für den Fall eines griechischen Euro-Austritts gibt.

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Die EZB wolle Hellas im Euro halten, erwiderte aber zügig EZB-Führungsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo aus Spanien. Auch seinem Land droht nach einem Rundumschlag der Ratingagentur Moody's gegen den dortigen Bankensektor noch stärker in den Strudel der Schulden-Krise zu geraten und damit der zweite große Brandherd der Euro-Zone zu werden.

Keine Zustimmung aus dem Bundesfinanzministerium

Nach dem Interview versuchte die EZB, die Wogen zu glätten: Es stehe der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht zu, sich über ein Ausstiegsszenario für Griechenland zu äußern, betonte Gonzalez-Paramo.

Die Interview-Äußerungen De Guchts lassen aber aufhorchen, räumte bisher doch kein Vertreter der EU-Kommission die Existenz von Notfallplänen für einen griechischen Euro-Austritt öffentlich ein.

Ein Sprecher der EU-Vertretung in Berlin dementierte, dass in Brüssel ein solcher Fall konkret durchgespielt werde: „Um es deutlich zu sagen, die EU-Kommission arbeitet nicht an einem Austrittsszenario für Griechenland.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt unterdessen auf eine möglichst rasche Bildung einer handlungsfähigen Regierung in Athen. Dies teilte die Kanzlerin dem griechischen Präsidenten Karolos Papoulias am Morgen in einem Telefonat mit.

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte auf die Frage, ob Finanzminister Wolfgang Schäuble mit den Vorbereitungen für einen Euro-Austritt Griechenlands begonnen habe, diese Fragen stellten sich derzeit nicht.

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