Griechenland: Euroländer spielen Grexit-Szenarien durch

Griechenland: Euroländer spielen Grexit-Szenarien durch

, aktualisiert 12. Juni 2015, 19:35 Uhr

Das von der Pleite bedrohte Athen steht zwar im Schuldenstreit am Rande des Abgrunds, verbreitet aber weiterhin Optimismus. Dagegen gehen die Euroländer inzwischen vom Schlimmsten aus. Auch der Dax reagiert entsprechend.

Staatspleite, Grexit, Rückkehr zur Drachme: Während sich Athen im Schuldenstreit mit Europa in Optimismus übt, erörtern die Euroländer bereits Notfallpläne für das pleitebedrohte Griechenland. Entsprechende Szenarien haben die Finanzstaatssekretäre der Euroländer erstmals am Freitag in Bratislava besprochen.

Aus Athen hieß es dagegen, eine Einigung mit den Gläubigern sei bis zur Tagung der Eurogruppe am nächsten Donnerstag möglich. Eine hochrangige Regierungsdelegation will am Samstag in Brüssel erneut Vorschläge vorlegen, um Differenzen mit den Geldgebern zu überbrücken. „Es wird eine Einigung geben, weil eine Pleite Griechenland weder zugunsten von uns noch unseren Gläubigern wäre“, gab sich Staatsminister Alekos Flambouraris am Freitag im Staatssender ERT zuversichtlich.

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Die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der IWF verhandeln mit Athen über ein verbindliches Reformprogramm. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Griechenland bisher blockierte Hilfsgelder in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erhalten kann, um es vor der Pleite zu retten. Börsianern zufolge haben sich die Sorgen um Athen inzwischen verstärkt.

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Griechenland steht vor der Pleite. Am Abend gibt es wohl in Brüssel ein weiteres Spitzentreffen, um Auswege aus der Krise zu finden. Die Geldgeber stehen unter Zeitdruck, sie drohen ihre Handlungsfähigkeit zu verlieren.

Illustration: Eine fast abgelaufene Sanduhr vor einer Flagge Griechenlands Quelle: dpa

Der Junior-Koalitionspartner in der Regierung von Alexis Tsipras macht Druck: Entweder gebe es bis zum 18. Juni eine Einigung oder Athen werde seine Schulden an die Geldgeber „nie“ zurückzahlen, so der Parteichef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen, Verteidigungsminister Panos Kammenos, im Sender Mega.

Zu den von den Finanzstaatssekretäre erörterten Notfall-Plänen gehören unter anderem Kontrollen des Kapitalverkehrs. Solche Kontrollen könnten aber nur von Athen selbst angeordnet werden, hieß es in Bratislava. Ziel solcher Notmaßnahmen ist es, den Abfluss von Geldern aus einem Land zu bremsen. Die Euro-Finanzminister hatten bisher in der Eurogruppe nicht über Alternativszenarien zu einer Rettung Griechenlands diskutiert.

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Über 200 Milliarden sind nach Griechenland geflossen. Weitere Rettungshilfen werden wohl folgen. Nur: Die Regierung agiert nepotistisch, das Geld kommt beim griechischen Volk nicht an.

Alexis Tsipras Quelle: dpa

Die Regierung in Athen ist bereit, die Unterredungen mit den Gläubigern anzukurbeln, damit es bald zu einem Abkommen kommt. Renten- und Lohnkürzungen jedoch werde Griechenland nicht akzeptieren, verlautete am Freitag aus Kreisen der Regierung in Athen. Die griechische Regierung verhandle lediglich über eine Umstrukturierung der Schulden sowie niedrige primäre Überschüsse, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann, hieß es. Griechenland bleibt damit weiter hinter grundsätzlichen Forderungen der Gläubiger zurück.

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