Griechenland: Griechenland will 29 Milliarden Euro Kredit

Griechenland: Griechenland will 29 Milliarden Euro Kredit

, aktualisiert 30. Juni 2015, 19:51 Uhr

In einem Brief an Eurogruppenchef Dijsselbloem bittet Tsipras um einen weitere Milliardenkredit. Merkel weigerte sich, vor dem geplanten Referendum am kommenden Sonntag, neu zu verhandeln.

+++19.23 Uhr+++

Die griechische Regierung hat bei den Europartnern einen zweijährigen Kredit in Höhe von rund 29 Milliarden Euro beantragt. Diese Summe solle ausschließlich zur Ablösung fälliger griechischer Schulden im Zeitraum 2015 bis 2017 verwendet werden, heißt es in dem Brief an Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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Neben dieser neuen Finanzhilfe aus dem Euro-Hilfsfonds ESM bittet Ministerpräsident Alexis Tsipras darum, dass die bisherigen Schulden beim früheren Rettungsfonds EFSF restrukturiert werden. Diese Schulden sind in der Summe von 29 Milliarden Euro nicht enthalten, weil sie erst in späteren Jahren fällig werden. Ferner strebt Athen eine Brückenfinanzierung an: „Bis der Hilfskredit bewilligt und in Kraft ist, bittet Griechenland um eine Verlängerung des (bestehenden) Programms für einen kurzen Zeitraum, um sicherzustellen, dass keine technische Zahlungsunfähigkeit ausgelöst wird.“

+++19.02 Uhr+++

Die Regierung in Athen will einem Medienbericht zufolge zufolge doch die Kredite an den IWF zurückzahlen. Wie "Bild" ohne Angabe einer Quelle berichtet, wandelte sie den Antrag, die etwa 1,6 Milliarden Euro überhaupt nicht zu zahlen, in eine Bitte um Verschiebung um.

+++18.23 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, vor dem geplanten Referendum werde über gar nichts neu verhandelt.

+++18.18 Uhr+++
Die Ratingagentur S&P stuft die vier großen griechischen Banken auf "SD" (Zahlungsausfall in einigen Bereichen) herab. Sie begründet dies mit den von der Regierung verfügten Kapitalverkehrskontrollen.

+++18.13 Uhr+++

Die Euro-Gruppe wird heute nach Aussage eines Vertreters der Euro-Zone "auf keinen Fall" Mittel freigeben, damit Griechenland seine am Dienstag fällige IWF-Kreditrate bezahlen kann.

+++18.11 Uhr+++

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt die die griechische Regierung vor Kürzungen des Militärbudgets. Er erwarte, dass das Land auch weiterhin zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Verteidigung ausgebe, sagt Stoltenberg heute.de.


+++17.40 Uhr+++

Ex-Ministerpräsident Georgios Papandreou bezeichnet gegenüber CNBC ein "Ja" beim Referendum als einzige Möglichkeit für Griechenland, "stark zu bleiben". Mit "ja" zu stimmen sei sehr patriotisch.


+++16.53 Uhr+++

Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird Deutschland vor einem Referendum nicht über den neuen Antrag Griechenlands auf ein drittes Hilfspaket beraten. Das sagte Merkel am Dienstag in der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. 

+++16.35 Uhr+++

Die Euro-Gruppe hält um 19.00 Uhr MESZ eine Telefonkonferenz ab. Dies verlautet aus Euro-Zonen-Kreisen.

+++15.53 Uhr+++

Die griechische Regierung will seine Euro-Partner um ein drittes Hilfsprogramm bitten. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf ein Statement des Büros von Minsterpräsident Alexis Tsipras meldet, soll ein zweijähriges Programm unter dem Euro-Hilfsfonds ESM beantragt werden.


+++15.49 Uhr+++

Auf Indiegogo werden Crowdfunding-Kampagnen für Griechenland gestartet. "Von den Menschen, für die Menschen" heißt es dort.

+++15.06 Uhr+++

Finanzstaatssekretär Thomas Steffen befürchtet kaum Ansteckungsgefahren für das deutsche Finanzsystem. "Die Risiken aus der jüngsten Entwicklung in Griechenland sind bedeutend für Griechenland, für das deutsche Finanzsystem bestehen jedoch kaum mehr bedeutsame Ansteckungskanäle", erklärt Steffens nach der Sitzung des Ausschusses für Finanzstabilität. "Daher schätzen wir die Risiken als gering ein."


+++14.37 Uhr+++

Der EU-Kommissar für Finanzstabilität, Jonathan Hill, äußert sich zuversichtlich, dass das Finanzsystem der Staatengemeinschaft jegliche Entwicklungen in Griechenland meistern wird.

+++14.26 Uhr+++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat vor Unionsabgeordneten erklärt, dass Griechenland auch bei einem "Nein" beim Referendum am Sonntag in der Euro-Zone bleibt. Das sagte ein Teilnehmer der Sitzung.

+++13.47 Uhr+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat keine belastbaren Hinweise auf eine Last-Minute-Einigung mit Griechenland vor Mitternacht. Danach stünden die Türen für Gespräche aber weiter offen.

+++13.43 Uhr+++

Das griechische Innenministerium hat den Text, der auf dem Wahlzettel zur Volksabstimmung stehen wird, veröffentlicht. Ohne weitere Erläuterung wird darin auf das Angebot der Geldgeber nach dem Stand von voriger Woche verwiesen. Ins Deutsche übersetzt steht dort: „Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?“

Das sagen Analysten zur Lage Griechenlands

  • Jörg Krämer, Commerzbank-Chefvolkswirt

    "Letztendlich entscheidet das Referendum am Sonntag darüber, ob Griechenland in der Währungsunion bleibt. Wenn sich die Griechen dafür aussprechen, kann die Staatengemeinschaft ein solch demokratisches Votum nicht übergehen. Dann werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Bei einem negativen Votum kommt es dagegen zum Grexit. (...) Bis dahin tobt ein Nervenkrieg. Die Kapitalverkehrskontrollen reichen zunächst erst einmal aus, um das Schlimmste zu verhindern. Aber die Kontrollen behindern die Wirtschaft, ebenso wie die von der Syriza geschaffene Unsicherheit. Das ist wirtschaftlich ein verlorenes Jahr für Griechenland. Für Deutschland spielt das keine Rolle. Nicht einmal ein Prozent der deutschen Exporte gehen dorthin."

  • Marc Tüngler, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz

    „Natürlich wird der Dax zunächst leiden, aber fundamental ist die Wirtschaft in Takt (...) Der Rückschlag wird nicht von Dauer sein."

  • Holger Schmieding, Chefvolkswirt Berenberg Bank

    "Für Griechenland wird es jetzt ganz schwierig. Europa versucht, den Schaden für andere Euro-Länder zu begrenzen. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit gelingen. Die EZB hat bereits erklärt, dass sie die Lage an den Finanzmärkten genau verfolgt und notfalls eingreifen wird. Bei größeren Turbulenzen, die der Konjunktur gefährlich werden könnten, könnte die EZB ihre Anleihekäufe zeitlich nach vorne ziehen oder aufstocken. Sie könnte auch Anleihen bestimmter Länder wie Spanien und Italien früher kaufen. Sie könnte noch deutlicher darauf verweisen, dass es das ultimative Sicherheitsprogramm - das sogenannte OMT-Programm - auch noch gibt."

  • Nicolaus Heinen, Deutsche Bank

    "Mit einer solchen Wendung haben nur wenige gerechnet. Kapitalverkehrskontrollen, vor allem aber die hohe Unsicherheit der kommenden Wochen und Monate dürften die letzte Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung in Griechenland zunichte machen. Ein Staatsbankrott Griechenlands bedeutet nicht automatisch Grexit. Im besten Fall könnten die Entwicklungen dieser Tage nun dazu führen, dass Europa einen Insolvenzmechanismus für Staaten entwickelt - ganz so, wie die erste Griechenlandkrise vor fünf Jahren zu einem Rettungsmechanismus für Staaten führte. Spannend bleibt, ob und wie andere populistische Kräfte in Europa von den Entwicklungen profitieren. Die Polarisierung zwischen etabliertem Lager und Populisten dürfte in den kommenden Monaten weiter steigen."

  • Johannes Mayr, BayernLB

    "Weder der Grexit noch die Staatspleite sind zwingend. Es hängt sehr davon ab, wie das Referendum ausgeht. Wenn es zu einer Ablehnung kommt, wäre Griechenland auf schiefer Ebene unterwegs in Richtung Euro-Abschied. Die EZB hat die Kapitalverkehrskontrollen praktisch erzwungen, indem sie die Notfallkredite an griechische Banken nicht weiter erhöht hat. Wenn die EZB sie wieder aufstockt nach einem positiven Votum der Griechen, dann wären sie in diesem Umfang nicht mehr notwendig. Die Folgen für die Wirtschaft sind sehr negativ. Durch die Kapitalverkehrskontrollen werden die Geschäfte von Unternehmen und deren Abwicklung über die Banken behindert. Das dürfte die Konjunktur weiter beschädigen.

    Die direkten Folgen für die Wirtschaft in der Euro-Zone und Deutschland dürften begrenzt sein - Griechenland ist zu klein, die Handelsverflechtungen zu gering. Man muss aber abwarten, wie stark die Marktturbulenzen sein werden. Denn die könnten auf die Realwirtschaft durchschlagen."

+++13.32 Uhr+++

Finanzminister Gianis Varoufakis hat noch einmal bestätigt, dass Griechenland die Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht tätigen wird. Auf die Frage, ob sein Land die Summe in Höhe von 1,6 Milliarden Euro zahlen werde, antwortet Varoufakis mit „Nein“.

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+++13.06 Uhr+++

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EZB-Präsident Mario Draghi haben einem Regierungsvertreter zufolge telefoniert. Details zu dem Telefonat sind zunächst nicht bekannt.

+++13.01 Uhr+++

Ein deutscher Regierungsvertreter schließt eine Verlängerung des laufendes Hilfspakets für Griechenland aus. "Für eine Verlängerung des Programms ist es jetzt zu spät", wird er zitiert. Damit tritt er Spekulationen entgegen, dass es in letzter Minute noch zu einer Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern kommen könnte.

Athen lässt Börsen beben Ist der Griechenland-Börsencrash nur verschoben?

Die Börsen haben sich von ihrem Einbruch am Morgen etwas erholt, der vorläufige Crash hat sich zu mittleren Kursverlusten gemausert. Nun heißt es für Anleger abwarten. Dabei könnten sich Einstiegschancen ergeben.

DAX fällt wegen Griechenland um 4 Prozent. Quelle: dpa Picture-Alliance

+++12.40 Uhr+++

Eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland in letzter Minute setzt nach Angaben der EU-Kommission Bewegung von Seiten der Regierung in Athen voraus. Diese Bewegung habe es bisher aber nicht gegeben, sagt der Chefsprecher der Brüsseler Behörde, Margaritis Schinas.

+++12.28 Uhr+++

Die Märkte reagieren positiv auf die Ankündigung, dass es eine Einigung in letzter Sekunde geben könnte. Händler blieben allerdings skeptisch: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tsipras so eine Kehrtwende macht", sagte ein Börsianer.

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