Griechenland: Investoren spülen 1,5 Milliarden Euro in die Staatskasse

Griechenland: Investoren spülen 1,5 Milliarden Euro in die Staatskasse

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Griechenland hat am Donnerstag eine dreijährige Staatsanleihe platziert.

Griechenland hat sich zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit frisches Geld von Investoren geholt - allerdings weniger als gedacht.

Griechenland hat am Donnerstag eine dreijährige Staatsanleihe platziert. Der Verkauf spülte 1,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Athen mit. Die Geldgeber bekommen dafür eine Rendite von 3,5 Prozent. Ursprünglich wollte der Staat mit dem Bond zwischen 2,5 und 3,0 Milliarden Euro erlösen, doch drückte die Sorge um den größten Anteilseigner der portugiesischen Banco Espirito Santo die Nachfrage nach Papieren aus südeuropäischen Krisenländern.

Griechenlands Schwächen

  • Schlechtes Image

    Griechenlands Ruf hat in der Euro-Krise arg gelitten. Nur zwei der 60 getesteten Staaten haben ein schlechteres Image als der Pleitestaat. Die Folge: Investoren meiden das Land, die Kreditwürdigkeit ist mies.

  • Unfähige Regierung

    Nur 5,7 Prozent der gefragten Experten bescheinigten Griechenland, eine kompetente Regierung zu haben. In der Tat hat es Athen nicht geschafft, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Rang 60), für Wachstum zu sorgen (Rang 60) und die öffentlichen Finanzen auf Vordermann zu bringen.

  • Wenig Förderung

    Auch bei der Bildung und Weiterbildung der Bürger hat Griechenland großen Nachholbedarf. Fortbildung von Angestellten gibt es quasi nicht (Platz 58), auch die Qualität der Universitäten ist schlecht (Rang 51). Demzufolge gibt es auch wenige Forscher und Wissenschaftler (Rang 49). Besser schneidet der Krisenstaat bei der Frühförderung ab: Es gibt eine Vielzahl von Lehrern, die Klassen sind sehr klein (Rang 2).


"Das ist kein guter Tag für Griechenland, um an den Markt zu gehen", sagte Guido Barthels vom Ethenea-Fondsgesellschaft, die auf einen Kauf der Anleihen verzichtete. "Angesichts der Vorgänge in Portugal ist es wenig sinnvoll, das jetzt anzufassen." Das Finanzministerium gab sich dennoch zufrieden. "Die Regierung drückt ihre Zufriedenheit darüber aus, dass internationale Investoren erneut ihr Vertrauen in die griechische Wirtschaft gezeigt haben", hieß es in einer Erklärung.

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In Portugal wachsen aktuell die Sorgen um die Großbank Banco Espíritu Santo (BES). Die Börsenaufsicht CMVM in Lissabon setzte am Donnerstag die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. Wenige Stunden zuvor hatte bereits der BES-Großaktionär ESFG (Espírito Santo Financial Group) die Notierung seiner Aktien in Lissabon und Luxemburg auf eigenen Wunsch aussetzen lassen.

Portugal Banco Espirito Santo bemüht sich um Schadensbegrenzung

Die Aktien von Portugals Großbank Espírito Santo wurden vom Handel ausgesetzt. Die Finanzmärkte reagierten nervös, die Angst vor einer neuen Krise geht um. Das portugiesische Geldhaus versucht, zu beruhigen.

Schlangen vor den Geldautomaten: Portugiesen ziehen Geld von der Esperito Santo ab, nachdem die Aktien des Geldhauses vom Handel ausgesetzt wurden. Quelle: dpa

Die Aktienkurse der Bank und der Holding ESFG waren zuletzt drastisch gesunken. Dazu dürfte ein Machtkampf innerhalb der Gründerfamilie des alteingesessenen Geldhauses um die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Ricardo Salgado beitragen haben. Die Aktionärsversammlung soll am 31. Juli einen Nachfolger wählen. In der Presse kursierten zudem Berichte, dass die Holding ESFG finanziell unter Druck geraten sei.

Weitere Artikel

Der Wirbel um die Großbank löste Spannungen auf dem Kapitalmarkt in Portugal aus. Die Staatsanleihen des Krisenlandes gerieten unter Druck. Der Zinssatz, den der Staat für zehnjährige Anleihen zahlen muss, stieg auf etwa vier Prozent, den höchsten Wert seit drei Monaten. Portugal hatte im Mai den Rettungsschirm der EU verlassen.

Griechenland hatte im April erstmals seit der Schuldenkrise den Kapitalmarkt mit einer fünfjährigen Anleihe angezapft, die drei Milliarden Euro brachte und Anleger mit einer Rendite von 4,75 Prozent lockte. Das Land musste 2010 und 2012 mit Milliardenhilfen von seinen Euro-Partnern und dem Internationalem Währungsfonds (IWF) vor dem finanziellen Kollaps gerettet werden. Erst am Montag hatten die Finanzminister der Euro-Zone den Weg für die Überweisung einer weiteren Milliarde Euro freigemacht.

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