Griechenland: IWF drängt Europa zu Schuldenerlass

Griechenland: IWF drängt Europa zu Schuldenerlass

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IWF-Chefin Christine Lagarde bleibt hart: Für weitere Hilfen fordert der IWF einen Schuldenerlass.

Bevor der IWF weiter seine Hand für Athen ins Feuer legt, fordern die Ökonomen einen Schuldenerlass der Gläubiger. Damit liegt der Ball erneut im Feld der Euro-Finanzminister.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will erst nach einem Schuldenerlass der Gläubiger über weitere Hilfsmittel für das pleitebedrohte Griechenland entscheiden. „Wir freuen uns (...) auf die Entscheidungen der europäischen Partner Griechenlands über einen Schuldenerlass, der die griechischen Schulden nachhaltiger machen wird.“ Das teilte die Leiterin des für Griechenland zuständigen Teams, Delia Velculescu, am Donnerstag zum Ende eines knapp zweiwöchigen Besuchs in Athen mit.

Eine Beteiligung an einem neuen Hilfspaket halte sich die Finanzinstitution unter Führung von Direktorin Christine Lagarde weiter offen. „Der IWF (...) wird eine Bewertung über seine Beteiligung an jeglicher weiterer Finanzierung für Griechenland vornehmen, sobald die Schritte zum Programm der (griechischen) Behörden und zum Schuldenerlass gemacht sind“, so Velculescu.

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Griechenlands Finanzminister Euclid Tsakalotos und Wirtschaftsminister George Stathakis am 13. August im griechischen Parlament. Quelle: dpa

Damit bleibt nach wie vor fraglich, ob der IWF neue Mittel für Griechenland zur Verfügung stellen wird. Zuletzt hatte unter anderem Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) vom IWF ein klares Bekenntnis zu dessen Rolle beim möglichen neuen Hilfsprogramm gefordert.

In der Krise hatte der IWF bereits in einer Studie im Juni verschiedene Entlastungen für Athen ins Spiel gebracht - von Schuldenerleichterungen bis hin zum Schuldenschnitt („Haircut“). In dieser wurden verschiedene Szenarien für eine Rettung Griechenlands durchgespielt. Ausdrücklich hieß es aber, dass die Studie mit der IWF-Führung und den Geberländern nicht abgesprochen sei. Letztlich gebe es verschiedene Möglichkeiten, über die entschieden werden müsse, hieß es am Donnerstag in Kreisen des IWF. Man befürworte weder die eine noch die andere Lösung, hieß es in Washington.

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Gemeinsam mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Währungsfonds bislang die Umsetzung der griechischen Reform- und Sparzusagen überwacht. Bei den bisherigen zwei Hilfsprogrammen ab 2010 erhielt Athen vom IWF 31,9 Milliarden Euro - einen deutlich höheren Anteil steuerten die Euro-Staaten bei. Deutschland will den IWF unbedingt weiterhin im Boot halten.

Die Finanzminister der Euro-Staaten wollten am Freitag bei einem Sondertreffen über neue Milliardenhilfen für Griechenland beraten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen sollen dabei entscheiden, ob Griechenland in den kommenden drei Jahren weitere bis zu 86 Milliarden Euro erhalten kann.

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