Griechenland: Kein Konzept fürs Urlauber-Geschäft

Griechenland: Kein Konzept fürs Urlauber-Geschäft

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Der Chef des Resorts Costa Navarino in der Region Messenia auf dem Peloponnes, George Hadjiosif, zielt auf ein zahlungskräftiges Publikum. Erfolgsrezept: Luxusvillen, Kultur, Naturschutz, verlängerte Saison, lokale Arbeitskräfte und Ressourcen.

von Silke Wettach

Euro-Pleiteland Griechenland hat die besten Voraussetzungen, ganzjährig Touristen anzuziehen. Doch Missmanagement, Korruption und fehlendes Engagement der Politik lähmen das Land – und vergrößern dessen Probleme.

28 Jahre lang arbeitet Vassilis Konstantakopoulos an seinem Traum: Touristen die Schönheit seiner Heimat Messenien im Westen der Halbinsel Peloponnes zu zeigen. Der Milliardär, der mit der Reederei Costamare zu Reichtum kam, begann in den Achtzigerjahren Land aufzukaufen. Er verhandelte mit 1200 Besitzern, zahlte immer denselben inflationsbereinigten Preis, damit sich niemand übervorteilt fühlte. Es folgten Auseinandersetzungen mit den Behörden um Baugenehmigungen. „Wenn ich Geld verdienen wollte, hätte ich in etwas anderes investiert“, sagte Konstantakopoulos, Käpt’n Vassilis genannt, kurz vor seinem Tod 2012. Sein Costa Navarino, dessen erstes Teilprojekt Navarino Dunes 2010 eröffnete, steht für einen Tourismus, wie er in Griechenland im Idealfall aussehen könnte. Naturschutz, verlängerte Saison, internationale Gäste, lokale Arbeitskräfte und Ressourcen – die vom Kapitän gegründete Projektgesellschaft Temes müht sich um vorbildliches Vorgehen. „Wir haben alle das Gefühl, dass er uns noch über die Schulter schaut“, sagt des Chef des Resorts, George Hadjiosif.

Einchecken im Freien

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Costa Navarino, das in seinem umfassenden Ansatz bisher in Griechenland einzigartig ist, zeigt aber auch, was dort bisher im Tourismus falsch gelaufen ist. Obwohl die Branche 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt und dringend benötigte Einnahmen aus dem Ausland bringt, hat sich die Politik nie recht gekümmert.

Anders als die Türkei, die einen Masterplan für Tourismus entwickelte und Qualitätshotels an den Küsten hochzog, blieb der Sektor in Griechenland sich selbst überlassen. Die staatliche Touristikbehörde EOT verwirrte potenzielle Gäste, indem sie das Land wechselweise als Griechenland und Hellas bewarb. Deutsche Touristikmanager verzweifeln an der Infrastruktur. So müssen auf Kreta Fluggäste im Sommer in der Sonne aufs Einchecken warten, weil die Abfertigungshalle zu klein ist. Zudem hat die türkische Währung in den vergangenen zehn Jahren gegenüber dem Euro die Hälfte ihres Werts verloren, was den türkischen Tourismus für Deutsche preisgünstig macht. Die Türkei hält heute fünf Prozent am deutschen Reisemarkt, Griechenland knapp drei.

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