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Griechenland: Koalitionspartei stellt sich quer

Quelle: Reuters

Alles ist wieder unklar: Um die dringend nötige Finanzhilfe zu bekommen, müssten die Griechen dem Sparpaket zustimmen. Doch die rechte Partei Laos weigert sich.

Seit Tagen warten Politiker und Märkte ungeduldig auf den schon häufiger in Aussicht gestellten erfolgreichen Abschluss der quälenden Verhandlungen über Kernelemente eines umfassenden zweiten Hilfspakets für Griechenland. Was dies so schwierig macht: Es geht zwar um ein großes hehres Ziel: nämlich die erdrückende Schuldenlast von über 350 Milliarden Euro für das überschuldete Land auf längere Sicht wieder tragfähig zu machen. Doch bis das große verwinkelte Hilfsgebäude steht, müssen fünf Baustellen abgearbeitet werden - großteils parallel.

Quelle: dpa

Die griechische Rechte torpediert das Regierungsabkommen mit den internationalen Geldgebern. „Ich habe den anderen Parteiführern erklärt, dass ich diesem Kreditabkommen nicht zustimmen kann“, sagte der Chef der rechten Regierungspartei Laos, Giorgos Karatzaferis, am Freitag in Athen. Die Mehrparteien-Koalition soll bis zu den Wahlen im Frühjahr die von IWF, EU-Kommission und EZB geforderten Reformen auf den Weg bringen. Dazu fordert die Troika die verbindliche Zusage aller in der Regierung vertretenen Parteien, dass sie das Sparpaket tragen. Nur dann soll das Land neue Hilfsmilliarden bekommen, um eine bereits im März drohende Staatspleite abzuwenden.
Der Euro geriet durch die Äußerungen von Karatzaferis unter Druck und fiel unter die Marke von 1,32 Dollar. Der Deutsche Aktienindex gab um 1,8 Prozent auf 6670 Punkte nach. Karatzaferis forderte zugleich eine Umbildung der Regierung, die von dem parteilosen früheren EZB-Vizepräsidenten Lucas Papademos geführt wird. Der Leiter der IWF-Mission in Griechenland, Poul Thomson, solle zur unerwünschten Person erklärt werden. „Wenn es vorangehen soll, muss Poul Thomsen zur persona non grata in Griechenland werden“, sagte Karatzaferis.

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Die Euro-Finanzminister hatten eine Entscheidung über das zweite Hilfspaket um Volumen von 130 Milliarden Euro in der Nacht zum Freitag auf kommenden Mittwoch vertagt. Bis dahin muss das Parlament in Athen den Sparmaßnahmen zustimmen. Im Parlament hätte die Regierung auch ohne die Partei von Karatzaferis eine Mehrheit. In Griechenland regt sich vor allem Protest gegen eine Kürzung der Zusatzrenten, die von den Geldgebern gefordert wird.

Streiks eskalieren - Troika bedroht

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Proteste wütender Griechen gegen den von internationalen Geldgebern geforderten Sparkurs sind in Gewalt umgeschlagen. In Athen ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die mit Brandsätzen, Flaschen und Steinen warfen. Die Polizeigewerkschaft drohte in einem Brief an die Troika aus EU, EZB und IWF, deren Finanzkontrolleure per Haftbefehl suchen zu lassen - unter anderem wegen Gefährdung der Demokratie. Zudem würden die griechischen Beamten nicht gegen ihre eigenen Brüder vorgehen.

Mit einem zweitägigen Generalstreik wollen die Gewerkschaften die Bevölkerung zum Widerstand gegen verschärfte Einschnitte mobilisieren.

Quelle: Reuters
4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2012, 17:36 UhrAnonymer Benutzer: Dieter

    Weiteres Geld in Griechenland zu investieren ist verantwortungslos.
    Der Konkurs ist der einzige Weg um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes und seine Strukturen (öffentliche Verwaltung, Finanzsystem) zu verbessern. Griechenland muß ja nicht aus der EG ausscheiden, aber der Druck auf die Regierung etwas zu tun wird dadurch erhöht. Nur dann kann über ein Investitionsprogramm die wirtschaftliche Basis des Landes nachhaltig verbessert werden. Privatisierung ist angesagt und mehr Leistungsbereitschaft (Keine Renten an bereits verstorbene Beamte z.B.)

  • 10.02.2012, 16:50 UhrAnonymer Benutzer: Malocher

    So zu tun, als ob auch nur ein einziges der Mitglieder nicht allein griechischer Regierung imstande wäre, sozioökonomische Mechanismen eigenem Gusto gemäß weltweit zu steuern, spottet verbotswidrig längst nicht mehr widerlegbaren Erkenntnissen in dieser Frage und handelt allem international gültigen Zivilrecht entsprechend nichtig. Insofern bleibt vor allem die gegenwärtig an den Tag gelegte Empörung oder gar Bestürzung angesichts dessen schiere Inszenierung theatraler Dilettanten und deshalb allfällig.

  • 10.02.2012, 16:11 UhrAnonymer Benutzer: Otto

    was wollen eigendlich noch die Griechen, diese Menschen bzw. der Staat haben es nicht verdient in der EU zu bleiben, es ist einfach unglaublich u. völlig unangenessen wie sich die Griechen verhalten, erst auf großen Fuß leben u. dann auch noch Geld schäffeln aber nichts tun dafür. Das geht überhaupt nicht, die EU muss sich jetzt ganz gründlich überlegen wie sie Griechenland sofort v. der EU ausgliedert. Ohne ständige Kontrolle u. Strukturmaßnahmen geht nichts mehr in Griechenland, dass muß jeden klar werden.

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