Griechenland-Krise: Es geht um den Wert des Geldes

KommentarGriechenland-Krise: Es geht um den Wert des Geldes

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Seit das Geld ohne jegliche Gegenleistung aus der Notenpresse kommt, verliert es seinen Wert.

Die Eurozone hätte insgesamt wohl kein Problem, wenn der Euro vom aktuellen Niveau noch einmal 30 Prozent abwertete. Dennoch wird lauthals über Verarmung sowie Einkommens- und Vermögensverluste in Griechenland lamentiert, sollte dort wieder die Drachme eingeführt werden.

Eines hat die griechische Linke geschafft: Sie hat schonungslos offengelegt, wo die Sollbruchstelle innerhalb der Europäischen Union (EU) verläuft. Während die deutsche Seite mit einem kleiner werdenden Häufchen gesinnungsverwandter Partnerländer – endlich und berechtigt - auf dem Höhepunkt ihres Misstrauens gegenüber Griechenland angelangt ist, sind vor allem Frankreich und Italien - gemeinsam mit den Eurokraten und den Institutionen der Troika – bereit, das erfolgreich vorgetragene taktische Spiel von Tsipras & Co. auszublenden, ja gar ins Gegenteil dessen zu verklären, was es offenkundig ist: die skrupellose Beschaffung von frischem Geld, sehr viel Geld - und egal wie.

Deutschland will Sicherheiten in Form werthaltiger Vermögensgegenstände. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist sich der Dimension neuer Hilfspakete inzwischen bewusst und scheint sich daran zu erinnern, dass Geld das Ergebnis einer Wertschöpfung ist und nicht einer funktionierenden Notenpresse im Keller.

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Zum Autor

  • Frank Träger

    Frank Träger, 55, berät seit 2002 börsennotierte Small- und Mid-Caps in Kapitalmarkt- und Investor-Relations-Fragen. Zuvor war er Analyst und Fondsmanager beim Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. und beim Versicherungsriesen Axa.

Geld kommt nicht nur aus der Notenpresse

Dieser Gedanke ist im Europa dieser Tage verloren gegangen. Banken verschulden sich in beliebiger Größenordnung zum Nulltarif, wertlose Bonds dienen als Sicherheiten für eine ungebremste Geldschöpfung der Europäischen Zentralbank (EZB), Zinsen wurden abgeschafft und damit die Leistung von Sparern, die ein Leben lang in einem echten Wertschöpfungsprozess standen, entwertet. Wenn Geld und Kapital keine Zinsen kosten,  ist es auch unerheblich ob mit neuen Schulden Investitionen getätigt werden oder die Rentenbezüge von Verstorbenen sowie die Bezüge von Staatsdienern ohne Aufgabengebiet finanziert werden.

+++ Die Ereignisse im Überblick +++ Griechenland braucht mindestens 82 Milliarden Euro

Beim zweiten Treffen der Euro-Finanzminister gab es keine Entscheidung zum neuen Hilfsprogramm für Griechenland. Die liegt nun bei den Eurogruppen-Chefs. Das Paket würde zudem teurer, als bislang gedacht.

Die Euro-Finanzminister haben sich nicht auf die Aufnahme von Gesprächen über ein neues Hilfsprogramm für Griechenland einigen können. Das würde zudem offenbar teurer, als bislang gedacht. Quelle: dpa

In den Verhandlungen offenbart sich die pure Hilflosigkeit einer EU, die immer noch vorgibt, an die friedenstiftende Wirkung des Euro zu glauben. Und nun der zu erwartende Schulterschluss des französischen Staatspräsidenten François Hollande mit Italiens Ministerpräsidenten Matteo Renzi gegen die deutsche Position. Eine harte Haltung gegenüber einem undisziplinierten Schuldner wird in eine Demütigung Griechenlands uminterpretiert. Was steckt dahinter?

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