Griechenland-Krise: Spannung in Griechenland vor Treffen der Eurogruppe

Griechenland-Krise: Spannung in Griechenland vor Treffen der Eurogruppe

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Yanis Varoufakis

Vor dem Treffen der Eurogruppe an diesem Montag in Brüssel steigt im pleitebedrohten Griechenland die Spannung.

Ein Scheitern der Gespräche zwischen den Geldgebern und Athen könne zu unkontrollierbaren Entwicklungen führen, hieß es in der griechischen Presse am Sonntag. „Spiel mit der Zeit und mit dem Feuer“, titelte das konservative Traditionsblatt „Kathimerini“.

Athen sei sich im Klaren, dass es nur auf eine Erklärung der Eurogruppe hoffen könne, schrieb die Zeitung. Die Verhandlungen seien zwar auf Kurs. Sollte es aber Verwicklungen geben, dann könnte es zu unvorhersehbaren Folgen kommen. Es gebe sogar Befürchtungen, dass Athen - sollte am Montag alles schief laufen - am Dienstag eine fällige Rate in Höhe von gut 756 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht begleichen könne.

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Griechenlands Schwächen

  • Schlechtes Image

    Griechenlands Ruf hat in der Euro-Krise arg gelitten. Nur zwei der 60 getesteten Staaten haben ein schlechteres Image als der Pleitestaat. Die Folge: Investoren meiden das Land, die Kreditwürdigkeit ist mies.

  • Unfähige Regierung

    Nur 5,7 Prozent der gefragten Experten bescheinigten Griechenland, eine kompetente Regierung zu haben. In der Tat hat es Athen nicht geschafft, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Rang 60), für Wachstum zu sorgen (Rang 60) und die öffentlichen Finanzen auf Vordermann zu bringen.

  • Wenig Förderung

    Auch bei der Bildung und Weiterbildung der Bürger hat Griechenland großen Nachholbedarf. Fortbildung von Angestellten gibt es quasi nicht (Platz 58), auch die Qualität der Universitäten ist schlecht (Rang 51). Demzufolge gibt es auch wenige Forscher und Wissenschaftler (Rang 49). Besser schneidet der Krisenstaat bei der Frühförderung ab: Es gibt eine Vielzahl von Lehrern, die Klassen sind sehr klein (Rang 2).

Die Sonntagszeitung der politischen Mitte, „To Vima“, titelte: „Zwei Schritte nach vorne, ein Schritt zurück“. Athen hoffe auf ein starkes Signal aus Brüssel. Die Geldgeber zweifelten aber an der Ehrlichkeit Athens.

In einem Kommentar unter dem Titel „Von Schmidt zu Merkel“ erinnerte die Zeitung daran, dass Griechenland 1980 aus politischen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen in die damalige Europäische Gemeinschaft (EG) aufgenommen worden war. Jetzt habe Regierungschef Alexis Tsipras erneut um eine politische Lösung gebeten. „Es wird gehofft, dass die Politik über die Ökonomie siegt“, schrieb das Blatt.

Die Regierung Tsipras gebe alles, um von der Eurogruppe die Zusage zu bekommen, dass eine Einigung sichtbar sei, berichtete die Sonntagszeitung „To Proto Thema“. Dafür habe Athen einer Flut neuer Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen zugestimmt.      

Denkfabrik Griechenland braucht Reformen statt sozialistische Experimente

Ein Euro-Austritt Griechenlands ist keine Lösung. Er ließe die Bevölkerung verarmen. Griechenlands Zukunft liegt im Euro. Doch dafür benötigt das Land marktwirtschaftliche Reformen.

Zuschauer verfolgen eine Parade am Unabhängigkeitstag in Athen Quelle: dpa

Das Parteiblatt der Regierungspartei Syriza, „I Avgi“, titelte: „Die Stunde der (politischen) Führer (Europas) hat geschlagen“. Tsipras habe alles getan, was er tun konnte. Jetzt seien die Regierungen der Euro-Partner dran.

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