Griechenland: Merkels kalkulierte Umarmung

Griechenland: Merkels kalkulierte Umarmung

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tBundeskanzlerin Merkel im Handschlag mit den Spitzen des griechischen Staates: der griechische Präsident Karolos Papoulias (Mitte) und der Premierminister Minister Antonis Samaras im Athener Präsidentenpalast.

Die Kanzlerin reist nach Athen und betont vor allem die Solidarität mit dem verschuldeten Staat. Gleichzeitig ist ihre Reise ein Zeichen: Sie hat alles gemacht, was in ihrer Macht steht.

Deutsche Kanzler pflegen mit erheblichem Understatement zu reisen. Ihre Besuche im Ausland verursachen selten große Aufregungen in den Gastländern, weil die Bundesrepublik lange als Zuschauerin der Weltpolitik wenig Hass auf sich zog. Doch in Athen wirkten am Dienstag die enormen Sicherheitsvorkehrungen für Angela Merkels Visite, als reise die Regierungschefin einer umstrittenen Weltmacht an. Tausende Polizisten sicherten die Straße, als Merkel vom Flughafen zum Sitz des Ministerpräsidenten fuhr. Während in einem Teil der Innenstadt durch die abgeriegelten Straßen eine gespenstische Stimmung herrschte, machten anderswo Zehntausende Demonstranten ihrem Zorn über die Sparmaßnahmen Luft.

Dabei kam "nur" die deutsche Kanzlerin. Aber die Schuldenkrise hat eben nicht nur marode Länder wie Griechenland durcheinanderwirbelt, sondern wirkt auf die gesamte Euro-Zone. In griechischen Medien war Merkel in den vergangenen Monaten mit Hitler-Vergleichen zum nationalen Feindbild hochstilisiert worden. Vor allem Linke und Nationalisten machten die Kanzlerin für die enormen sozialen Einschnitte im Land verantwortlich.

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"Wir sind Partner, und wir sind Freunde"

Dass Merkel in einer solch aufgeheizten Atmosphäre dennoch zu einem aufmunternden, aber auch ermahnenden Solidaritäts-Besuch nach Athen reiste, wurde in der Bundesregierung als wohlkalkuliertes Risiko gesehen: Seit Monaten sorgt man sich über das negative Image Deutschlands, das durch das Pochen auf harte Spar- und Strukturreformen in der Schuldenkrise entstanden ist. Die Regierung in Berlin plagt zudem die Sorge vor einer Spaltung der Euro-Zone, bei der die südlichen Schuldenstaaten und die wirtschaftlich stärkeren Nord-Länder mehr übereinander als miteinander reden. Also solle Normalität gezeigt werden, heißt es in der Regierung. Deshalb ist Merkel bereits nach Madrid und Rom gefahren, deshalb folgt irgendwann auch Portugal. "Wir sind Partner, und wir sind Freunde", betonte sie in Athen. Das ist auch eine Replik auf die "Griechenland-Muss-Raus"-Rufe vor allem aus der CSU.

Sie ist gekommen, um sich abzusichern

Der Besuch dient der Kanzlerin aber auch zur politischen Absicherung. Da niemand weiß, ob eine Rettung Griechenlands am Ende gelingt, will Merkel zumindest zeigen, dass sie alles getan hat, was in ihrer Macht steht. Auf den letzten Reisen haben ihr schließlich außereuropäische Partner in Asien und Amerika klargemacht, dass sie als Regierungschefin des größten und stärksten EU-Staates eine besondere Verantwortung habe, die Währungsunion zusammenzuhalten.

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