Griechenland: Neue Spekulationen über Schuldenschnitt

Griechenland: Neue Spekulationen über Schuldenschnitt

von Silke Wettach

Gespräche der Troika werden um eine Woche unterbrochen. Es ist weiterhin unklar, wie die Finanzlücke geschlossen werden soll.

Noch am Donnerstag hatte der griechische Finanzminister Yannis Stournaras angekündigt, dass am Freitag eine Einigung mit den internationalen Kreditgebern erzielt werden können. Nun kommt es anders: Vertreter der Troika, bestehend aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), verlassen Griechenland für rund eine Woche.

Die EU-Kommission betont ausdrücklich, dass dies nicht als schlechtes Zeichen zu werten ist. Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings auch: Nach den bisherigen Verhandlungen klafft ein großes Loch in der griechischen Finanzplanung. Da hilft auch die am frühen Freitag morgen von den Griechen angebotene Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre nicht weiter.

Anzeige

Unklare Zukunft befeuert Spekulationen

Schon kursieren Spekulationen über einen weiteren Schuldennachlass für Griechenland. Die "Financial Times Deutschland" berichtet von Erwägungen, die bilateralen Kredite aus dem ersten Hilfsprogramm von Mai 2011 bis Ende 2011 abzuschreiben. Das Bundesfinanzministerium hat dies allerdings bereits dementiert. Die Frage stelle sich nicht, heißt es in Berlin.

Wenn solche Spekulationen entstehen, dann liegt dies natürlich vor allem daran, dass sich bisher kein klarer Weg abzeichnet, wie Griechenland seine Verschuldung bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukt zurückführt, wie das mit den internationalen Kreditgebern vereinbart war. Vor allem für den IWF ist es von hoher Bedeutung, dass die Tragfähigkeit der griechischen Staatsschuld gegeben ist. Andernfalls müsste er aus dem Programm ausscheiden.

Angeheizt hatte die Spekulationen Commerzbank-Chef Martin Blessing, der sogar einen Schuldenschnitt aller Gläubiger – also auch der privaten – ins Gespräch gebracht hat.

Aufschub bedeutet mehr Geld

Gleichzeitig fordert der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras, dass Griechenland zwei Jahre mehr Zeit gegeben wird, um die vereinbarten Defizit-Ziele zu erreichen. Wichtige Entscheider, darunter auch IWF-Chefin Christine Lagarde, haben jüngst zu verstehen gegeben, dass sie sich einen gestreckten Zeitplan vorstellen könnten. Allerdings würde ein Aufschub bedeuten, dass Griechenland noch mehr Geld benötigt. Der IWF hat Griechenland bereits signalisiert, dass zusätzliche Kredit von den Europäern kommen müssten, weil er seine Ausleih-Kapazitäten erschöpft habe. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker und auch Bundeskanzlerin Merkel haben in den vergangenen Wochen mehrfach ihren Wunsch geäußert, Griechenland in der Eurozone zu halten. Aber sie haben die Finanzierung völlig offen gelassen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%