Griechisches Sparprogramm: Varoufakis spricht von "fruchtbarem" Gespräch mit Draghi

Griechisches Sparprogramm: Varoufakis spricht von "fruchtbarem" Gespräch mit Draghi

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat am Mittwoch mit EZB-Präsident Mario Draghi über eine Lösung der Schuldenprobleme seines Landes beraten.

"Wir hatten ein fruchtbares Gespräch", sagte Varoufakis nach dem Treffen in Frankfurt. Das von seiner Regierung abgelehnte Sparprogramm für Griechenland habe eine deflationäre Krise in dem Land angeheizt. Er habe daher die Botschaft übermittelt, dass es nicht so weitergehen könne wir bisher.

Die neue griechische Regierung sucht mit immer neuen Vorschlägen einen Ausweg aus der Schuldenmisere. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allegemeinen Zeitung" schwebt ihr vor, Darlehen in Beteiligungen an griechischen Banken zu tauschen. Finanzminister Yanis Varoufakis beriet zudem am Mittwoch mit EZB-Präsident Mario Draghi über drängende Liquiditätsprobleme.

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Griechenlands Schwächen

  • Schlechtes Image

    Griechenlands Ruf hat in der Euro-Krise arg gelitten. Nur zwei der 60 getesteten Staaten haben ein schlechteres Image als der Pleitestaat. Die Folge: Investoren meiden das Land, die Kreditwürdigkeit ist mies.

  • Unfähige Regierung

    Nur 5,7 Prozent der gefragten Experten bescheinigten Griechenland, eine kompetente Regierung zu haben. In der Tat hat es Athen nicht geschafft, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Rang 60), für Wachstum zu sorgen (Rang 60) und die öffentlichen Finanzen auf Vordermann zu bringen.

  • Wenig Förderung

    Auch bei der Bildung und Weiterbildung der Bürger hat Griechenland großen Nachholbedarf. Fortbildung von Angestellten gibt es quasi nicht (Platz 58), auch die Qualität der Universitäten ist schlecht (Rang 51). Demzufolge gibt es auch wenige Forscher und Wissenschaftler (Rang 49). Besser schneidet der Krisenstaat bei der Frühförderung ab: Es gibt eine Vielzahl von Lehrern, die Klassen sind sehr klein (Rang 2).

Der "Financial Times" zufolge sperrt sich die Notenbank gegen neue Kurzfrist-Darlehen. Den Deutschen versprach Varoufakis vor seinem Besuch bei seinem Kollegen Wolfgang Schäuble am Donnerstag in Berlin ein Ende der Schuldenpolitik. "Griechenland wird - abzüglich der Zinsausgaben - nie wieder ein Haushaltsdefizit vorlegen. Nie, nie, nie!", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit". Regierungschef Alexis Tsipras machte auf der Suche nach Verbündeten Station in Brüssel und wurde dann in Paris erwartet.

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Die von Links- und Rechtspopulisten getragenen Regierung will sich offenbar mit einem ganzen Maßnahmenbündel Erleichterung von der Schuldenlast von mehr rund 315 Milliarden Euro verschaffen. So hatte sie bereits einen Umtausch von Anleihen in ewig laufende Papiere und "BIP-Bonds" ins Gespräch gebracht, die an das Wachstum gekoppelt wären. Die Reaktionen der Gläubiger waren jedoch verhalten. Alleine der Euro-Rettungsschirm EFSF hält 44 Prozent der griechischen Schulden.

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