Außenminister Johnson legt Brexit-Vision vor

Großbritannien: Außenminister Johnson legt Brexit-Vision vor

, aktualisiert 16. September 2017, 17:07 Uhr
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Großbritanniens Außenminister Boris Johnson.

Der britische Außenminister Boris Johnson sieht für Großbritannien eine "glorreiche" Zukunft außerhalb der EU. Er geht damit auf Konfrontationskurs zu Premierministerin Theresa May.

Der britische Außenminister Boris Johnson hat in einem langen Zeitungsartikel seine Vision über ein Großbritannien nach dem Austritt aus der EU dargelegt. Damit kam er am Samstag Premierministerin Theresa May zuvor, die ihre Brexit-Grundsatzrede für den 22. September in Italien angekündigt hat. Er löste damit auch Spekulationen über seine eigenen Ambitionen aus, May als Regierungschef abzulösen.

In dem gut 4000 Wörter langen Artikel im „Daily Telegraph“ erklärte Johnson, was für eine strahlende Zukunft der Brexit Großbritannien bringen könne. Das Vereinigte Königreich habe die Chance, „das großartigste Land der Erde“ zu werden. Mitgliedschaft im Binnenmarkt oder der Zollunion sollten von Großbritannien in den Brexit-Verhandlungen gar nicht angestrebt werden. London sollte die Gelegenheit nutzen, seinen eigenen Weg zu gehen.

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Johnson war einer der konservativen Wortführer für einen Brexit vor dem Referendum 2016. In seinem Grundsatzartikel wiederholte er die umstrittene Idee, ohne EU-Mitgliedschaft könne die britische Regierung wöchentlich zusätzlich 350 Millionen Pfund (400 Millionen Euro) in sein Gesundheitssystem stecken. Regulierungsabbau und eine Steuerreform könnten Großbritannien einen Aufschwung bringen.

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Später schien Johnson Spekulationen über seine Ambitionen dämpfen zu wollen. Er twitterte: „Alle hinter Theresa für einen glorreichen Brexit.“

May ist nach dem Verlust der Parlamentsmehrheit nach der Unterhauswahl vom 8. Juni in ihrer Konservativen Partei angeschlagen. Labour-Chef Jeremy Corbyn ließ über einen Sprecher zu Johnsons Zeitungsbeitrag mitteilen, damit würden tiefe Gräben in Mays Kabinett offenkundig. „Boris Johnson hat die Konflikte um den Brexit im Herz von Theresa Mays Regierung offengelegt und die Autorität der Premierministerin untergraben“, hieß es. Dabei habe Johnson die „wirkliche Brexit-Agenda“ enthüllt: Regulierungen und Unternehmenssteuern radikal abzubauen, „um den wenigen Reichen auf Kosten des Rests von uns zu nutzen“.

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