Großbritannien: Margaret Thatcher ist tot

Großbritannien: Margaret Thatcher ist tot

Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher ist gestorben. Ihr Wirken beeinflusst noch heute die Politik. In Großbritannien - und in der Europäischen Union.

Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher ist im Alter von 87 Jahren gestorben. "Mit großer Betroffenheit haben (ihre Kinder) Mark und Carol Thatcher bekannt gegeben, dass ihre Mutter, Baronin Thatcher heute Morgen an den Folgen eines Schlaganfalls friedlich verstorben ist", sagte ihr Sprecher Lord Tim Bell in London. Die am 13. Oktober 1925 geborene konservative Politikerin regierte Großbritannien über drei Amtsperioden von 1979 bis 1990 und damit länger als jeder andere Premierminister im 20. Jahrhundert.

Bekannt wurde sie durch ihre harte Haltung nach innen und nach außen. So wettete die "Eiserne Lady" - den Spitznamen erhielt sie erstmals von einem Kommentator von "Radio Moskau" - gegen die Europäische Union und setzte den noch heute gültigen "Briten-Rabatt" durch. Legendär ist ihr Spruch "I want my money back" ("Ich will mein Geld zurück) - obwohl er in dieser Deutlichkeit nie gefallen sein soll. Fakt ist: Der Inselstaat bekommt seit 1984 einen Rabatt auf seinen Beitrag zur Finanzierung der EU, im Prinzip erhält das Land jedes Jahr 66 Prozent der Differenz zwischen seinen Zahlungen an den EU-Haushalt und seinen Rückflüssen daraus erstattet. Im vergangenen Jahr betrug die Summe 3,6 Milliarden Euro.

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Großbritannien Die Bilanz der Margaret Thatcher

Anders als in Deutschland gilt in Großbritannien nicht automatisch „Industrie = gut“. Die Architektin hinter dieser Politik: die Eiserne Lady.

Thatcher war die erste weibliche Regierungschefin Großbritanniens. Quelle: REUTERS

In Großbritannien reformierte sie die Wirtschaft grundlegend, drängte die Macht der Gewerkschaften zurück und startete eine Welle von Privatisierungsmaßnahmen: British Airways oder BP (British Petroleum) wurden beispielsweise verkauft.

Profitiert haben in der Amtszeit Thatchers vor allem auch junge Briten, die ein Unternehmen gründen wollen. Die Bedingungen für Gründer sind heute sehr gut, die Bürokratie legt ihnen kaum Hürden in den Weg. Auf der anderen Seite klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Nicht zu unterschätzen für die Bewertung von Thatchers Politik sind auch ihre Erfolge bei der Verringerung der Staatsverschuldung. Deren dramatischer Rückgang war wichtig für die Genesung des Landes. Später nutzte die Labour-Partei diese Ausgangslage, um hohe Ausgaben zu bewilligen. "So ist mit diesem Geld zum Beispiel das Gesundheitswesen saniert worden, dass heute deutlich besser als sein Ruf ist, teils sogar besser als in Deutschland", erklärte der Wirtschaftsweise Clemens Fuest im vergangenen Jahr gegenüber der WirtschaftsWoche.

Thatcher war die erste Frau in diesem Amt und übte es - ohne Unterbrechung - länger aus als jeder ihrer Vorgänger. Die britische Königin Elizabeth II. (86) hat ihre Bestürzung über den Tod der "Iron Lady" ausgedrückt. Die Königin sei „traurig, diese Nachricht zu hören“, sagte ein Palastsprecher am Montag. Der britische Premierminister David Cameron erklärte, er habe die Nachricht „mit großer Traurigkeit“ aufgenommen. „Wir haben eine großartige Führerpersönlichkeit verloren, eine großartige Premierministerin und eine große Britin.“

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