Großbritannien: May ringt um Einheit der Tories

Großbritannien: May ringt um Einheit der Tories

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Großbritannien: May ringt um Einheit der Tories

Die britische Premierministerin Theresa May ringt nach dem Wahldebakel um Einigkeit in ihrer Konservativen Partei.

Die 60-Jährige holte am Sonntag einen ihrer schärfsten Kritiker ins Kabinett. Ansonsten hielt sie an ihrem Regierungsteam weitgehend fest und verzichtete auf eine weitreichende Kabinettsumbildung. "Was ich jetzt tue ist, die Arbeit anzugehen", sagte May. "Und ich denke, dass die Bevölkerung das erwartet. Sie wollen eine Regierung, die Sicherheit und Stabilität bietet." Bei der Wahl am Donnerstag verloren ihre Tories die absolute Mehrheit im Parlament und sind nun auf die Stimmen der nordirischen Unionisten angewiesen. Eine Einigung auf eine Minderheitsregierung steht noch aus. Die Gespräche über die Tolerierung einer May-Regierung sollten in der neuen Woche fortgesetzt werden.

Der Schritt, Michael Gove zum Landwirtschaftsminister zu ernennen, kam überraschend, zumal May in der Vergangenheit mit Gove mehrfach aneinandergeraten war. Der Rückschlag bei der Wahl hat viele in der Partei desillusioniert. May wurde selbst in den eigenen Reihen nur noch als Übergangslösung beschrieben, um Stabilität vor den Brexit-Verhandlungen sicherzustellen. Ex-Finanzminister George Osborne, einer ihrer schärfsten innerparteilichen Rivalen, beschrieb sie in einem Gespräch mit der BBC als politisch zum Tode verurteilt - May sei eine "dead woman walking", bei der nur unklar sei, wann sie abtreten müsse. Mehrere Medien berichteten, Außenminister Boris Johnson sei gebeten worden, May herauszufordern. Er stellte sich am Wochenende mehrfach hinter die Regierungschefin. Mays beide engsten Mitarbeiter mussten unter dem Druck aus der Partei zurücktreten.

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Die Regierungschefin wollte sich mit der Wahl eigentlich Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen holen. Stattdessen verloren ihre Konservativen am Donnerstag ihre absolute Mehrheit: Ihnen fehlen acht Stimmen, die Democratic Unionist Party (DUP) verfügt über zehn Mandate. Die geplante Zusammenarbeit stößt allerdings bei vielen von Mays Parteifreunden auf Skepsis, da die Nordiren etwa bei Abtreibung und Homo-Ehe erzkonservative Positionen vertreten. Zudem könnte die Kooperation die Spannungen in Nordirland verstärken. Die Verhandlungen finden unter Zeitdruck statt, da am 19. Juni die Brexit-Gespräche beginnen sollen.

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